Der Papst „empfiehlt“ also der Ukraine, „aus einer Stärke mutig die weiße Fahne zu hissen und Putin Verhandlungen anzubieten“! Da bringt er wohl so einiges durcheinander: Wer im Krieg die weiße Fahne hisst, sieht die Aussichtslosigkeit seiner Lage ein, kapituliert und begibt sich in die Gefangenschaft seines Feindes. Das hat aber mit „Mut“ rein gar nichts zu tun, sondern basiert auf schierer Verzweiflung! Natürlich wünscht sich jeder Vernünftige, dass es so bald wie möglich zu Waffenstillstandsverhandlungen kommen möge! Diese hätten vermutlich noch vor zwei Jahren zwei ebenbürtige Gegner an den grünen Tisch gebracht. Ein aus der Sicht der Ukraine „schonendes“ Ergebnis war damals noch eher drin als jetzt. Ihre Soldaten an der Front sind müde und ausgelaugt, Zelenskij mobilisiert immer jüngere und auch ältere Jahrgänge unter den Zivilisten. Auch Auslands-Ukrainer im wehrfähigen Alter versucht er mit Appellen an ihren Patriotismus heimzuholen. Selbst das wird auf Dauer nicht mehr genügen. Dazu kommen noch Nachschubprobleme bei westlichem Kriegsgerät – und vor allem Munition. Ohne diese lassen sich keine Städte länger verteidigen oder gar zurückerobern. Die Zeit ist also auf Putins Seite. Vielleicht glaubt der Papst tatsächlich, dass Verhandlungen einen auch für die Ukraine tragbaren Kompromiss bringen würden. Aber warum sollte sich Putin heute mit weniger begnügen als vielleicht noch vor zwei Jahren? In seinen Augen hat die Ukraine immer schon zu Russland bzw. der Sowjetunion gehört; erst Chruschtschow hat sie in einem Spontanentschluss in ihre Unabhängigkeit abgetreten. Und die „geschlossene militärische Phalanx des Westens“ löst sich offenbar langsam auf. Solche temporäre Konstrukte hielten selten lang.
Helmut Magnana, Wien
Erschienen am Mi, 13.3.2024
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