Es ist zu erwarten, dass René Benko in den nächsten Tagen für weitere Teile seiner Signa Insolvenzanträge stellen lässt und damit seine undurchsichtige Firmen- und Finanzkonstruktion liquidiert. Wann immer ein Teilbereich der Signa-Konstruktion in Konkurs geschickt wird, deren Zahlungsunfähigkeit hinterlässt Lieferanten, Anleger und Arbeitnehmer, die nur Bruchteile ihres finanziellen Schadens ersetzt bekommen oder gar arbeitslos werden. Der Aufsichtsrat hat die negative Entwicklung der auf tönernen Füßen stehenden Firmenkonstruktion nicht erkannt oder leichtfertig weggeschaut. Ein Kontrollorgan, gebildet von ehemaligen prominenten Politikern und Unternehmern, war entweder ahnungslos, überfordert oder zu leichtgläubig. Auch die staatliche Finanzmarktaufsicht zeigte kein Interesse am verschachtelten System Signa. Schon lange stand drohend im Raum, dass bei steigenden Kreditzinsen das nach „Loch auf – Loch zu“-Methode finanzierte Firmengeflecht höchst gefährdet ist. Für den Aufsichtsrat und die FMA wohl nicht, sonst hätten sie eingegriffen. Es ist völlig unverständlich, wie desinteressiert oder gar fahrlässig Kontrollgremien agieren. René Benkos Machenschaften sind kein Einzelfall. Immer wieder gibt es hasardierende Finanzjongleure, die unvorstellbare Pleiten liefern. Meist ist es dann der Steuerzahler, der für den angerichteten Schaden aufkommen muss. Das war bei der Commerzialbank Mattersburg so, ebenso im Betrugsskandal Wirecard und nun bei Signa. Es stellt sich schon die Frage, warum erkennen die Kontrollgremien nicht die höchst fahrlässigen Finanzkonstruktionen und schreiten ein? Das Wegschauen dieser Aufsichtsorgane kostet Milliarden, und für den angerichteten Schaden müssen die Steuerzahler aufkommen.
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