Nicht nur Unternehmer und Aktionäre haben ein Recht auf einen gerechten Anteil am wirtschaftlichen Erfolg, sondern auch die arbeitenden Menschen, die einen wesentlichen Beitrag dazu geleistet haben, wollen keinen Kaufkraftverlust hinnehmen. Es ist ungerecht und falsch, wenn die Arbeitgeber behaupten, dass eine (gerechte) Lohnerhöhung, welche immer erst im Nachhinein erfolgt, die Inflation anheizen würde. Die Wahrheit ist vielmehr, dass die in vielen Bereichen hohen Profite die Preise (Energie, Lebensmittel, Mieten usw.) in teilweise unverschämte Höhen getrieben haben (das zeigt auch eine Studie der Nationalbank). Beweis dafür ist die Steigerung der Gewinnausschüttungen um 60 Prozent im vergangenen Jahr von 3,6 auf 6 Milliarden Euro!! Angesichts dieser Zahlen jetzt von den Arbeitnehmern eine Zurückhaltung bei den Lohnverhandlungen zu fordern ist eine Zumutung. Zudem hätte es die Regierung in der Hand gehabt, durch inflationsdämpfende Maßnahmen die Teuerung zu drücken und damit Druck aus der Herbstlohnrunde zu nehmen. Es ist kein Zufall, dass Österreich in Europa Schlusslicht bei preissenkenden Maßnahmen ist. Das Angebot der Unternehmerseite von 2,5 Prozent ist angesichts der Gewinne und der Inflation der letzten 12 Monate eine Provokation der Arbeitnehmer. Einmal mehr zeigt sich, dass die Kraft der Gewerkschaft unverzichtbar ist. Die Arbeitnehmervertreter werden durch harte Auseinandersetzungen bei den KV-Verhandlungen um einen gerechten Ausgleich für jene kämpfen, die sich vermeintlich nicht wehren können.
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