Es ist meines Erachtens schon eine Frechheit, um nicht zu sagen eine Schweinerei, was da die Arbeitnehmerseite bei den Lohnverhandlungen anbietet: 2,5 Prozent Lohnerhöhung bei einer viereinhalb mal so großen Inflationsrate! Man muss nicht, wie ich, in einer Arbeiterfamilie groß geworden sein, um das im freundlichsten Fall eine Farce zu nennen! Unter diesen Voraussetzungen sollte man sich auf Arbeitnehmerseite auch nicht groß über Drohbriefe wundern, denn die Gesellschaft ist leider eben dabei, sich zu radikalisieren, und das kommt ja auch nicht von ungefähr. Die Arbeiter sind eben nicht länger bereit stillzuhalten, wenn die Brötchen verteilt werden; sie wollen auch was davon, schließlich sind sie es, die sie backen. Ich will hoffen, dass die Gewerkschaften hart bleiben und die Arbeiterschaft die Muskeln spielen lässt, nötigenfalls auch mit Streiks, ein Mittel, das in Österreich eher selten zur Anwendung kommt. Aber bei den arbeitenden Menschen geht es mitunter um die Existenz, bei ihren Gegnern oft um gesteigerte Gewinne. Alles hat Grenzen, auch die Geduld der arbeitenden Menschen!
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