Das freie Wort

Schlag ins Gesicht

Was sich die Verhandler der metallverarbeitenden Industrie bei ihrem Angebot von 2,5 Prozent und 1050 Euro Einmalzahlung gedacht haben, ist schleierhaft, um nicht zu sagen: eine Frechheit! Es ist nicht nachvollziehbar, dass eine private Industrie die Zahlungen des letzten Jahres, die durch den Staat zur Bewältigung der Krise geleistet wurden, für sich reklamiert. Die kalte Progression wurde nicht abgeschafft, damit der Arbeitgeber weniger Lohn zahlen muss! Es wurden sehr hohe Summen im letzten Jahr verdient und auch sehr viel an Dividenden ausgeschüttet. Hier wurde den Firmen auch nicht vorgerechnet, was sie alles an Förderung bekommen haben. Heuer könnten sich die Arbeitgeber verrechnet haben, und dieser Rechenfehler könnte am Ende eines Streiks viel mehr kosten als eine ordentliche Lohnerhöhung. Dass sie damit ihre Wettbewerbsfähigkeit gefährden, muss ihnen auch klar sein, oder ist das nur wichtig, wenn die Arbeiter dafür verantwortlich sind? Eines ist so sicher wie das Amen im Gebet, dass sich die Metaller nicht abspeisen lassen, und das ist gut so!

Helmut Eicher, St. Johann

Erschienen am Do, 12.10.2023

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