Das freie Wort

„Wiener Zeitung“

Sehr geehrte Frau Ministerin Raab, als Ministerin und somit eine der höchstrangigen Angestellten des Staates wäre es Ihre Aufgabe, mit Einfühlungsvermögen den Willen der Österreicher umzusetzen. Stattdessen erfinden Sie eine Medien-Reform, im Rahmen derer Sie – unterstützt von Ihrem Regierungspartner – die älteste Tageszeitung der Welt vernichten. Das fühlt sich so an, als würden Sie aus der Spanischen Hofreitschule eine Leberkäsfabrik machen. Sie vernichten Eigentum der österreichischen Staatsbürger, Kultur, qualitative Information und das tägliche Lebensgefühl, eine gedruckte Zeitung in Händen zu halten. Auch in der Ihnen verliehenen Position und dem Sendungsbewusstsein, alles digitalisieren zu müssen, sollte der Blick auf traditionelle Werte der Österreicher Vorrang gegenüber Parteiinteressen haben. Im Übrigen halte ich fest, dass der Drang, alles digitalisieren zu müssen, nicht Sache jedes Menschen – auch nicht aller jungen – ist. Wir lieben und brauchen noch ganz dringend auch Analoges und das Gefühl, nicht komplett als binäre Informationen im Datenstrudel zu treiben. Mein größter Hoffnungsschimmer ist, dass ich morgen aufwache und sich Ihre Medienreform als Ergebnis eines missglückten KI-Experiments herausstellt.

Ing. Günter Ripka, Klosterneuburg

Erschienen am So, 30.4.2023

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