Das freie Wort

Hilfeschrei der Wählerschaft

Arroganz, Blendwerk, Für-dumm-Verkaufen der Bürger und Desavouieren ihrer politischen Konkurrenten. Als Bürger verspürt man Hilflosigkeit, Ohnmacht, ein Ausgeliefertsein. Viele Staatsbürger haben den Glauben an die Politik und deren Entscheidungsträger verloren. Jetzt hat auch Salzburg gewählt. Es braucht keine Analyse eines Politikwissenschafters. Dieses Wahlergebnis kann nur als verzweifelter Hilfeschrei der Wählerschaft, repräsentativ für ganz Österreich, interpretiert werden. Weit haben es die renommierten Parteien gebracht. Sage und schreibe 21,5% KPÖ-plus-Wähler in der Stadt Salzburg und 11,7% KPÖ-plus-Wähler im gesamten Bundesland Salzburg geben einer kommunistischen Vereinigung ihre Stimme, nicht der kommunistischen Ideologie wegen, sondern weil sie keiner der anderen Parteien mehr über den Weg trauen. „Gierflation“ – exorbitante Verteuerung der Lebenskosten. Existenznotstand und Armut für immer mehr Menschen. Die ÖVP – notorischer Zuarbeiter der endlos gierigen Superreichen, Magnaten und Bestsituierten. Apropos, deren Zahl steigt kontinuierlich. Viele Bürger/innen taten sich bis dato schwer, die FPÖ zu wählen, dennoch gingen diesmal Tausende Wähler und Wählerinnen über ihre Schmerzgrenze und wählten diese, um die Regierungsparteien auf Landes- und Bundesebene abzustrafen. Die SPÖ – für nichts stehend, planlos, zerstritten, sich selbst demontierend, im Sinkflug befindend – ist für viele ihrer Stammwähler keine Option mehr und somit auf dem besten Weg zu einer Kleinpartei. Bereits anderthalb Jahre vor den nächsten NR-Wahlen können die beiden Regierungsparteien, ÖVP und Grüne, miteinander nicht mehr. Wenn im Herbst 2024 bei den NR-Wahlen die KPÖ wieder kandidiert, wird sie sich über enormen Zulauf freuen, zumal die Verzweiflung der Wähler dann noch um einiges größer sein wird.

Sepp Schnöll, Kuchl

Erschienen am Fr, 28.4.2023

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