Das freie Wort

Der Traum vom geeinten Europa

Die EU hat viele ehrenwerte Gründungsväter, die sich nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges für ein geeintes Europa stark gemacht haben. Friede, Freiheit, Demokratie, Wohlstand, Menschenwürde und wirtschaftliche Zusammenarbeit, hieß das gemeinsame Ziel, welches nach den furchtbaren Kriegsjahren erreicht werden sollte. Berühmte Namen, wie Konrad Adenauer, Winston Churchill, Jean Monnet, Joseph Bech und in der Folge auch Helmut Kohl und François Mitterand, waren tatkräftige Baumeister der EU, um nur einige zu nennen. Schon 1957 wurde mit der Unterzeichnung der Römischen Verträge der Grundstein gelegt. Und über viele Jahre schien es tatsächlich ein Erfolgsmodell zu sein. Bis zu jenem Zeitpunkt, als nicht mehr die Spitzenpolitiker Europas die Zügel straff gespannt in der Hand hielten, sondern die politischen Leichtgewichte das Sagen übernommen haben und man damit begonnen hat, die politischen Blindgänger nach Brüssel zu entsorgen und diese ihr Unwesen treiben zu lassen. Mangels klarer Haltung der Staats- und Regierungschefs der Mitgliedsländer, aber auch aufgrund von langjähriger Unfähigkeit und Führungsschwäche der EU-Spitze ist diese EU heute an einem Punkt angelangt, an dem man nahezu keines der ehemaligen Gründungsmerkmale wiederfindet. Die Gemeinschaftswährung EURO hat seit der Einführung enorm an Wert verloren, was eine dramatische Verarmung weiter Bevölkerungsteile in Europa zur Folge hat. Wohlstand gibt es für immer weniger Menschen. Anstatt den Frieden zu hüten und Frieden zu vermitteln, hat sich die EU vor den Karren der USA spannen lassen und vertritt deren Interessen zum eigenen Nachteil. Europa verliert immer mehr an Bedeutung in der Welt – wirtschaftlich und politisch. Stattdessen wird Europa immer abhängiger und erpressbarer. Heizen, Wohnen und Lebenshaltung ist für Millionen unerschwinglich geworden. Die EU rettet das Weltklima und kasteit sich dabei energieseitig enorm – die verheerenden wirtschaftlichen Folgen für Europa völlig außer Acht lassend. Anstatt wirtschaftlicher Zusammenarbeit hat sich eine Schuldenunion entwickelt, in der wir für die Schulden der Verschwender-Staaten haften. Diesbezüglich hat längst die EZB das Kommando übernommen und ist zum Geldproduzenten geworden. Geld, das immer wertloser wird. Die rasche Erweiterung der EU, mit Staaten, die nur die Hand aufhalten, wird nach wie vor mit voller Kraft vorangetrieben. Arbeit und Leistung verlieren jeglichen Stellenwert. Die Asylpolitik ist gescheitert. Dafür beschäftigt sich die EU nur noch mit dem „Retten der Welt“ und übersieht dabei völlig, dass sie, wenn sie so weitermacht, bald selbst zum „Rettungsfall“ wird. Und damit wäre der Traum eines stabilen und geeinten Europas wohl für eine Weile ausgeträumt, was so manchen Mächten in Ost und West nicht ungelegen käme.

Franz Zwickl, Muthmannsdorf

Erschienen am Do, 13.4.2023

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