Das freie Wort

Kassenpatienten in Not

Der Mangel an Vertragsärzten nimmt bedrohliche Ausmaße an. Blick nach Vorarlberg: In der 50.000-Einwohner-Stadt Dornbirn fehlen bereits drei Kassen-Praktiker. Beispiel aus Niederösterreich: Die Kurstadt Bad Vöslau mit ihren 12.000 Einwohnern sucht nach zwei Kassen-Allgemeinmedizinern. Bei den Fachärzten schaut es nicht viel besser aus. So gab es etwa in Sankt Pölten bis zuletzt keinen einzigen Kinderarzt mit Kassenvertrag. Nach jahrelanger Suche erklärt sich jetzt ein Oberarzt aus dem Universitätsklinikum Sankt Pölten bereit, in der Stadt unter Vertragsbedingungen zu ordinieren. Seine Planstelle wurde 70-mal (!) ausgeschrieben. Im Gegensatz dazu schwimmen die „Zahlärzte“ auf einer Erfolgswelle. Den knapp 7000 Vertragsgebundenen stehen bereits 11.000 Wahlärzte gegenüber. Auffällig: Die Sozialversicherungsfunktionäre sind unfähig, das Zerbröseln „ihres“ Systems zu stoppen. Angesichts des auf uns zukommenden Wohlstandsverlustes wäre ein lückenloses Netz an Vertragsärzten vonnöten, denn den Leuten wird das Geld für „Zahlärzte“ ausgehen. Was dann? Kommen dann staatliche Förderungen zur Rettung von Wahlarztpraxen, um der Kassenmedizin noch mehr finanzielle Mittel zu entziehen? Bittere Wahrheit: Die solidarisch agierende Krankenversorgung geht den Bach runter. In unserem Land sind fast 48.000 (!) Ärzte tätig, aber nur 14,5 Prozent davon sind fix an die Kasse gebunden. Eine nationale Schande!

Dr. Wolfgang Geppert, Wien

Erschienen am So, 2.10.2022

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