Das freie Wort

Projekt „Starlink“

Ich habe mit großem Interesse den Artikel zu Elon Musks Projekt „Starlink“ gelesen. Ergänzend zu Ihren Betrachtungen und Ausführungen glaube ich, dass dies – abgesehen von den möglichen physischen und physikalischen Konsequenzen – vor allem psychische Auswirkungen auf uns Menschen haben wird: Seit Jahrtausenden ist der Sternenhimmel für uns Menschen ein Blick in die Ewigkeit der Schöpfung gewesen, der all unsere irdischen Angelegenheiten als nichtig erscheinen ließ. Dieser Blick war und ist sehr heilsam. Schon Werner Heisenberg, seines Zeichens Naturwissenschafter und Nobelpreisträger, ortete das Unbehagen der Moderne darin, dass der Mensch „überall sich selbst begegne“, also überall, und vermehrt die Welt und die Natur mit den Mitteln der Technik in Besitz nehme und verfügbar mache. Nun sollen also etwa 8 Milliarden Menschen, wenn sie ihren Blick zu den Sternen richten, nicht mehr die ewigen Sternbilder sehen, sondern von Menschenhand geschaffene Satelliten. Nicht auszudenken, was dies unterbewusst auslösen wird. Die alten Griechen jedenfalls hätten ein solches Projekt als Hybris (Frevel) bezeichnet, aber das Internet heiligt heute offenbar alle Zwecke und der Schutz der Erde und der Natur greift in diesen Höhen nicht. Es bedürfte auch juristisch hier eines schnellen Umdenkens.

MMag. Holger Braun, Wien

Erschienen am Sa, 12.6.2021

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