Das freie Wort

Dauerthema Zebrastreifen

Immer wieder wird über „Todesfalle Schutzweg“ berichtet, aber über die Gründe für die Unfälle wird geschwiegen. Der größte Unsinn in der Gesetzgebung war, dass man den Fußgängern auf dem Zebrastreifen „Narrenfreiheit“ gewährt hat. Wenn ich die Straße auf einem Zebrastreifen überqueren will, so bleibe ich einen Moment stehen bevor ich die Fahrbahn betrete, und suche den Blickkontakt zum Autofahrer. Dann kann ich ungefährdet die Straße überqueren und bekomme oft von den Autofahrern ein nettes Lächeln, wenn ich mich bedanke. Immer wieder fallen mir Fußgänger auf, die geradezu auf die Fahrbahn springen und dabei nicht einmal ihren Kopf in Richtung des nahenden Verkehrs bewegen. Oft biegen sie völlig überraschend vom Gehsteig auf den Zebrastreifen ab oder beenden ihren Tratsch auf dem Gehsteig. Was mich erstaunt, ist das Desinteresse vieler Menschen an der eigenen Sicherheit. Ich bin im Recht – und bevor ich mich selbst überzeuge, dass ich ungefährdet die Fahrbahn betreten kann, gehe ich das Risiko ein, überfahren zu werden. Besser tot als nachgeben. Früher gab es den gesunden Hausverstand, heute nehmen viele Menschen die Gefahr in Kauf, ums Leben zu kommen, denn schuld ist ohnehin immer der andere. Natürlich gibt es auch rücksichtslose Autofahrer, aber die meisten Unfälle passieren, weil der Autofahrer keine Chance hat, die Gefahr rechtzeitig zu erkennen, weil die Fußgänger (oder Radfahrer am Zebrastreifen) die Fahrbahn betreten, ohne dass man das vorher erkennen kann. Ich kann mir nicht vorstellen, dass ich – wie es viele Fußgänger machen – stur in die andere Richtung schaue und den Verkehr einfach ignoriere. Der Politik scheinen diese Unfälle egal zu sein, für viele Politiker ist nur eines wichtig: bunte Zebrastreifen als Werbung für Gleichgeschlechtlichkeit etc.

Stephan Pestitschek, Strasshof

Erschienen am Mo, 17.5.2021

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