Das freie Wort

Corona-Missmanagement

Die Bekämpfung der Corona-Pandemie durch alle nationalen Regierungen der Mitgliedsländer der EU ist ein Desaster. Das ständige Hin und Her der Lockdown-Maßnahmen ist bedrückend. Mal wird ein Lockdown light verordnet, dann wieder eine Verschärfung. Da kennt sich langsam kein Mensch mehr aus. Man spricht schon von einem Endloslockdown. Die deutsche Bundeskanzlerin Merkel hat vor Kurzem bekannt, dass sie zu zögerlich bei der Bekämpfung der Pandemie vorgegangen ist. Fast hat man den Eindruck, dass Laienspielgruppen bisher die Entscheidungen getroffen haben. Laut einer Online-Research-Affairs-Umfrage, die von 8. bis 11. 2. 2021 stattfand, sind 60% der Befragten in Österreich mit dem Corona-Management der Regierung, dem Kampf gegen das Coronavirus, ausgesprochen unzufrieden. Das ifo Institut rechnet auf Basis von Unternehmensbefragungen damit, dass allein Deutschland durch den Lockdown eine Wertschöpfung in Höhe von 1,5 Milliarden Euro wöchentlich entgeht. In allen großen Volkswirtschaften der Welt ist die Wirtschaft, bedingt durch die Corona-Pandemie, 2020 teilweise dramatisch geschrumpft, so zum Beispiel in den USA um 4,6%, in der EU um 7,4%. China hat in dieser epidemischen Notlage allerdings durch extrem rigorose autoritäre Maßnahmen in kürzester Zeit die Pandemie erfolgreich besiegt. Ausgerechnet in dem Land, in dem das Virus seinen Anfang nahm, ist die Wirtschaft 2020 um 2,3% gewachsen. In den Monaten Oktober bis Dezember stieg das Bruttoinlandsprodukt im Jahresvergleich sogar um 6,5%. Zu diesem beeindruckenden Ergebnis hat auch der Erfolg der chinesischen Exportunternehmen an der Ostküste beigetragen, die im vierten Quartal 2020 um 17% wertmäßig mehr ins Ausland verkauft haben als im gleichen Zeitraum 2019. Das ist die eine Seite, die erfreulich ist. Höchst unerfreulich freilich sind die Menschenrechtsverletzungen vor allem in der Provinz Xinjian, wo China nach Aussage des neu ernannten amerikanischen Außenministers Blinken einen Völkermord an der Bevölkerungsgruppe der Uiguren verübt. Zu erwähnen sind auch die Repressalien gegen die Demokratisierungsbestrebungen Hongkongs. Demokratische und föderale Strukturen eignen sich in derartigen Situationen, das zeigen letztlich die Ergebnisse eindeutig, nicht. Dies ist eine wichtige Lehre aus der Corona-Pandemie. Das heißt, dass in Zukunft Entscheidungen in Krisen durch eine Führungskraft mit Durchsetzungsvermögen, ausgestattet mit den entsprechenden Kompetenzen, die durch Experten beraten wird, rasch getroffen werden müssen. Ansonsten droht wie beim Kauf der Impfstoffe durch die Spitzenvertreter der EU wieder ein Desaster. Es geht um Menschenleben, um Existenzen, um die Massenarbeitslosigkeit. Deutschland beklagt bis jetzt über 65.000, Österreich über 8000 Tote jeweils aktuell.

Prof. Dr. Christian Freilinger, per E-Mail

Erschienen am Mi, 17.2.2021

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