Besuchern, die in diesen Tagen die Stationsbaustelle besichtigen, drängt sich unter anderem ein Eindruck auf: Hochsicherheitsgefängnis. Was zum Beispiel am Maschendrahtgitter liegt, mit dem ein Teil des Stationsbereiches ausgekleidet ist. Und auch die Überwachungsstation auf der Bahnsteigsebene ist gut gesichert. Dazu kommen Plattformen, von denen aus die Exekutive das Geschehen beobachten kann.
Das verlängerte U2-Teilstück wird am 10. Mai eröffnet. Die Station "Stadion" ist dabei vorläufige Endhaltestelle - bis zwei Jahre später die U-Bahn bis in die Donaustadt fahren wird. Sie liegt parallel zur Vorgartenstraße in einer Entfernung von rund 150 Metern zum Ernst-Happel-Stadion. Der Alltagsbetrieb dürfte sich nicht sonderlich spektakulär gestalten. An den beiden Stirnseiten der in Hochlage errichteten Station befinden sich die Zu- und Abgänge. "Aufnahmegebäude" nennen das die Experten.
Drei Gleise und zwei Mittelbahnsteige
Zu diesen gehört Gerhard Ullmann, der verantwortliche Bauleiter. "Ungewöhnlich ist, dass es drei Gleise und zwei Mittelbahnsteige gibt", betonte er. Damit können bei Bedarf zusätzliche Züge eingeschoben werden, die direkt über einen Verbindungstunnel aus der Remise Erdberg anrollen.
Das Ende der Normalität kommt, sobald eine Großveranstaltung im Stadion zu Ende geht. Wenn dann etwa bei einem EM-Match im Juni der Schlusspfiff ertönt, werden die Aufnahmegebäude geschlossen und die Gittertore entlang der Station geöffnet. Der Ansturm der Fans wird schon am Platz davor kanalisiert, ein schlangenförmig angeordnetes Geländer weist den Weg.
Bis zu 40 Züge pro Stunde
30 bis 40 Züge können pro Stunde die Station frequentieren, in Minimum-Intervallen von zwei, mitunter sogar eineinhalb Minuten. Da in einen Zug bis zu 900 Fahrgäste passen, rechnet man bei den Wiener Linien damit, dass die Massen relativ rasch bewältigt werden können. Das ebenfalls angedachte System, bei dem Züge vor der Einfahrt elektronisch gewogen werden, um festzustellen, wie viel Fahrgäste darin noch Platz haben, kommt vorerst nicht. "Das ist Zukunftsmusik", meinte Ullmann.
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