In der mit 69.000 Zuschauern ausverkauften Allianz-Arena enttäuschten die Bayern auf ganzer Linie, der Zweitligist, bei dem Österreichs Nachwuchsteamspieler Julian Baumgartlinger 120 Minuten auf der Bank saß, hielt mit Kampfgeist und guter Defensivleistung dagegen, war allerdings in der Offensive ebenfalls harmlos. Auch nach dem Ausschluss von Luca Toni (84./Gelb-Rot) schafften es die Sechziger nicht gefährlich in den Bayern-Strafraum zu kommen. Ganz im Gegenteil hatte auch der Bundesliga-Tabellenführer in der Verlängerung die besseren Chancen.
Nach einem Ribery-Freistoß ging ein Lucio-Kopfball knapp über das Tor (107.). Dazu fanden Ze Roberto (117./scheiterte an Goalie Tschauner) und Lahm (118./daneben) die besten Chancen auf die Führung vor, nachdem Schwarz auf Seiten des Tabellensiebenten der zweiten Liga ebenfalls ausgeschlossen worden war.
Elfer-Geschenk für die Bayern
Als alle schon mit dem Elfmeterschießen rechneten, sorgte Ribery doch noch für die Entscheidung. Pagenburg foulte Bayern-Stürmer Miroslav Klose, allerdings knapp vor der Strafraumgrenze, trotzdem gab es Elfmeter. Im ersten Anlauf verwertete der Franzose zum vermeintlichen Siegestreffer, doch Schiedsrichter Peter Gagelmann ließ den Strafstoß wiederholen, da ein Spieler vor dem Pfiff in den Strafraum gelaufen war. Ribery zeigte sich davon aber unbeeindruckt und schupfte den Ball im zweiten Versuch in "Panenka-Manier" genau in die Mitte. Tschauner, der in der 34. Minute für den verletzten Stammgoalie Michael Hofmann eingewechselt worden war, war dabei chancenlos.
Danach sah auch noch Markus Thorandt (124./1860) die Ampelkarte. "So ein Spiel in der 120. Minute zu verlieren, tut unheimlich weh", sagte 1860-Abwehrspieler Torben Hoffmann. Die Bayern zogen damit zum 20. Mal ins Cup-Halbfinale ein. In der Münchner Derby-Bilanz haben die Bayern 105 Siege, 50 Remis und 49 Niederlagen aufzuweisen.
Wolfsburg überrascht Hamburg
Ebenfalls am Mittwoch hat der VfL Wolfsburg zum vierten Mal das Halbfinale erreicht. Die Niedersachsen gewannen mit 2:1 (1:1,1:0) nach Verlängerung gegen den Hamburger SV. Die Brasilianer Grafite (17./Foulelfmeter) und Marcelinho (109.) trafen vor 29.086 Zuschauern für das Team von Trainer Felix Magath, Rafael van der Vaart war in der 70. Minute der Ausgleich für den HSV gelungen.
Stuttgart blamiert sich gegen Zweitligist
Bereits am Dienstag zogen Borussia Dortmund und sensationell Zweitligist Carl Zeiss Jena ins Halbfinale ein. Meister VfB Stuttgart scheiterte im Elfmeterschießen mit 4:5 an Jena, dem erst in der Nachspielzeit der Verlängerung durch Robert Müller der verdiente Ausgleich zum 2:2 gelungen war. Die reguläre Spielzeit hatte 1:1 geendet, nachdem DFB-Teamstürmer Mario Gomez seinerseits erst in der 81. Minute ausgeglichen hatte.
Gomez brachte die Stuttgarter in der Verlängerung mit seinem zweiten Treffer auf die vermeintliche Siegerstraße (94.). Im Elfmeterschießen wurde der Brasilianer Antonio da Silva zur tragischen Figur. Der Mittelfeldspieler schoss seinen Versuch über das Tor. Den entscheidenden Elfmeter vor 18.500 Zuschauern in Stuttgart verwertete Torsten Ziegler. In der regulären Spielzeit hatte Tobias Werner für Jena getroffen.
Im Vorjahr war Stuttgart erst im Cupfinale nach Verlängerung am 1. FC Nürnberg gescheitert. Jena wird im Pokal immer mehr zum Favoritenschreck.
Hoffenheim scheitert an Dortmund
Zweitligist TSG 1899 Hoffenheim ist hingegen an Borussia Dortmund gescheitert. Der Aufstiegsaspirant aus Baden-Württemberg musste sich im Signal Iduna Park vor 55.400 Zuschauern mit den beiden Österreichern Ramazan Özcan und Andreas Ibertsberger 1:3 (1:2) geschlagen geben. Es war die erste Niederlage für die von Milliardär Dietmar Hopp unterstützten Hoffenheimer im Jahr 2008.
Ibertsberger spielte in der Verteidigung durch, Torhüter Özcan hatte bei den drei Gegentoren durch Federico (20.), Tinga (23.) und Petric (54.) nichts zu halten. Kurz vor der Pause hatte die Leihgabe von Red Bull Salzburg sogar noch eine Großchance von Petric zunichtegemacht. Copado hatte zwischenzeitlich per Foulelfmeter für Hoffenheim verkürzt (38.). Danach drängte der ambitionierte Dorfclub sogar auf den Ausgleich, blieb aber glücklos.
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