"Maestro", ade!

Trainer Trapattoni ab Juni Teamchef von Irland

Fußball
13.02.2008 16:25
Jetzt ist es fix. Trainer Giovanni Trapattoni verlässt mit Saisonende Meister Red Bull Salzburg und wird irischer Teamchef. Der 68-jährige Italiener erhält laut eigenen Angaben einen Zweijahresvertrag mit Option. Das hat der Star-Coach am Mittwoch im Rahmen einer Pressekonferenz in Salzburg bestätigt. Damit geht das bis dato prominenteste Trainer-Gastspiel der österreichischen Fußball-Geschichte am 26. April 2008 in Altach zu Ende.

"Das ist eine große und neue Herausforderung für mich", meinte der vom Fußball anscheinend nimmersatte 68-Jährige. Trapattoni wird bei den Iren einen Zweijahresvertrag plus Option auf Verlängerung unterschreiben. Das Ziel auf der 4,5-Millionen-Einwohner-Insel ist ganz klar die Qualifikation für die WM 2010 in Südafrika. Auf dem Weg dorthin wartet auf Trapattoni in der Qualifikations-Gruppe 8 ausgerechnet sein Heimatland Italien, die weiteren Kontrahenten sind Bulgarien, Zypern, Georgien und Montenegro.

Medienansturm in Salzburg
"Die Quali wird schwer, aber wir haben eine gute Chance", meinte "Trap", der ansonsten zu diesem Thema am Mittwoch in Salzburg eigentlich nicht viel sagen wollte. Obwohl sich unter den rund zehn TV-Stationen und 50 Medienvertretern am Mittwoch in Salzburg auch zahlreiche Engländer, Iren und Italiener befanden, die bezüglich des Irland-Jobs nicht locker lassen wollten.

"Titel als Abschiedsgeschenk für meine Bullen"

Trapattoni, der teils in Italienisch und teils in durchaus gepflegtem Englisch antwortete, meinte vor dem Frühjahrsauftakt am Freitag daheim gegen Mattersburg: "Ich bin nach wie vor mit 100 Prozent Red-Bull-Trainer. Und ich konzentriere mich derzeit zu 100 Prozent auf Mattersburg." Ziel ist es, sich mit dem zweiten Meistertitel nach 2007 zu verabschieden. "Ein Titel als Abschiedsgeschenk für meine Bullen - das ist jetzt mein oberstes Ziel", meinte der "Maestro".

Schon tagelang Spekulationen
Bereits in den vergangenen Tagen war sehr viel über ein mögliches Engagement des Salzburg-Meistermachers, dessen Vertrag bei den Mozartstädtern mit Saisonende ausläuft, nach dem Ende der Bundesliga-Saison spekuliert worden.

"Ganz unvorbereitet trifft uns das nicht, sollte es wirklich so sein", hatte Red-Bull-Sportidrektor Heinz Hochhauser noch am Dienstag erklärt. "Für mich ist es nichts Großartiges, wenn sein Vertrag ausläuft." Die Trainerfrage sei ohnehin Chefsache, betonte Hochhauser - also eine von Red-Bull-Eigentümer Dietrich Mateschitz. Zeitdruck herrsche in der Nachfolge-Frage aufgrund der noch nicht erfolgten Information durch Trapattoni nicht. "Man beobachtet den Markt sowieso laufend", erklärte Hochhauser.

Salzburg sucht bereits adäquaten Ersatz
Salzburg ist jedenfalls neuerlich hinter einem international profilierten Trainer her, will man 2008 doch im dritten Anlauf erstmals in der Red-Bull-Ära in die Champions League einziehen. Es werde nach einem adäquaten Ersatz für Trapattoni gesucht, war aus Red-Bull-Kreisen zu erfahren. Davor stehen allerdings die 13 ausständigen Ligarunden im Vordergrund. "Ich will, dass diese Geschichte jetzt bald beendet ist", sagte Hochhauser.

Der neue irische Nationaltrainer stehe in Salzburg nicht im Mittelpunkt. "Bei allem Respekt vor Irland, aber in Salzburg interessiert niemanden, wer irischer Teamchef wird. Uns interessiert, wie die Meisterschaft verläuft. Wir wollen Meister werden", betonte Hochhauser. Zumindest dieses Ziel deckt sich mit jenem von Trapattoni. Es wäre der elfte Meistertitel in der unvergleichlichen Trainerkarriere des Italieners, der zweite mit Salzburg. Alle Bewerbe zusammengerechnet hält der "Maestro" bei insgesamt 22 nationalen und internationalen Titeln.

Steinhöfer ab Sommer bei Eintracht Frankfurt
Neben Trapattoni muss Salzburg ab der kommenden Saison auch ohne Mittelfeldspieler Markus Steinhöfer auskommen. Der 21-jährige Deutsche wechselt im Sommer zum deutschen Bundesligisten Eintracht Frankfurt, bei dem derzeit mit Markus Weissenberger auch ein Österreicher unter Vertrag steht.

Steinhöfer, der im Herbst für die Salzburger 20 Bundesligaspiele bestritten und dabei zwei Tore erzielt hat, unterschrieb bei den Hessen einen Dreijahresvertrag. Die Frankfurter müssen für den 21-Jährigen 900.000 Euro an den deutschen Rekordmeister Bayern München überweisen, der ihn an Salzburg verliehen hat.

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