Große Ehre für Markus Salcher und Veronika Aigner! Die Paraski-Asse tragen am Freitag in Italien bei der Eröffnungsfeier der Paralympics, die von sechs Nationen boykottiert wird, die österreichische Fahne. Der Kärntner strahlt: „Das ist ein schöner Abschluss meiner Ski-Karriere. Sehr besonders ist für mich, dass ich nach den Spielen in Vancouver 2010, Sotschi 2014, Pyeongchang 2018 und Peking 2022 erstmals eine kurze Anreise mit dem Auto hatte.“ Den Boykott der sechs Nationen versteht er.
Veronika Aigner trägt zum ersten Mal die österreichische Fahne, für Markus Salcher ist es nach der Eröffnung in Peking das zweite Mal. „Wir fragen stets die erfolgreichsten Athletinnen und Athelten im Team, ob sie diese Aufgabe übernehmen wollen. Veronika und Markus haben beide zugesagt, weil sie nicht extra nach Verona fahren müssen, sondern die Aufgabe in Cortina übernehmen können“, erklärt Petra Huber, Generalsekretärin des Österreichischen Paralympischen Committees.
Die Fahrtzeit von knapp drei Stunden pro Richtung aus Cortina nach Verona wäre am Abend vor der Abfahrt am Samstag nicht zumutbar gewesen. Auch deshalb werden die Athletinnen und Athleten, ähnlich wie bei der Eröffnungsfeier der Olympischen Winterspiele, aus den Clustern ins TV-Bild zugeschaltet. „Als Petra mich gefragt hat, war ich zuerst überrascht. Ich wusste nicht, dass es möglich ist, die Fahne in Cortina zu tragen“, erzählt Veronika Aigner, zweifache Goldmedaillengewinnerin in Peking. „Es ist eine große Ehre, diese Aufgabe übernehmen zu dürfen.“
„Das ist ein schöner Abschluss“
Tipps kann sie sich von Schwestern Barbara holen, die vor vier Jahren bei der Eröffnung die Fahne trug und inzwischen ihre Para-Ski-Karriere beendet hat. Ihr Partner in Peking: Markus Salcher, der bei seinen letzten Paralympischen Winterspielen erneut Fahnenträger ist: „Das ist ein schöner Abschluss meiner paralympischen Reise. In Peking war aufgrund der Pandemie alles etwas anders, daher freue ich mich schon. Richtiger Einmarsch in ein gefülltes Stadion wird es zwar keiner, aber sie haben sich bestimmt etwas Cooles überlegt.“
Der 34-Jährige, der seit der Geburt halbseitig gelähmt ist, geht mit großer Vorfreude in das große Finale seiner mit zwei Paralympics-Goldenen, acht WM-Titeln und weiteren zehn Medaillen sehr erfolgreichen Karriere: „Es werden die Familie, viele Freunde und Wegbegleiter aus Kärnten dabei sein. Das macht diese Spiele so speziell für mich. Ich weiß, dass ich trotz leichter Knieprobleme noch einmal eine Medaille holen kann.“ Markus startet in Abfahrt, Super-G und Riesentorlauf.
Sotschi-Parallele zu Matthias Mayer machte ihn bekannt
Er hat Spuren hinterlassen: „Ich war der erste Parasportler im Schulsportleistungsmodell in Klagenfurt, war einer der ersten Athleten im Olympiazentrum in Klagenfurt. In Kärnten wird Inklusion schon lange gelebt. Es ist sehr schön, wie sich das alles entwickelt hat.“
Im Rückblick sagt er zum Schlüsselerlebnis seiner Karriere: „Das war der Sieg in der Abfahrt bei den Paralympics in Sotschi. Einige Wochen zuvor hatte bei den Olympischen Spielen Matthias Mayer in Sotschi in der Abfahrt sechs Hundertstel vor Christof Innerhofer gewonnen. Und dann gelang mir als Kärntner Landsmann von Mothl auf der gleichen Strecke ebenfalls der Sieg mit sechs Hundertstel Vorsprung. Diese Parallele haben sehr viele Medien aufgegriffen, das hat meinen Namen in Österreich bekannt gemacht.“
Den Boykott der Eröffnungsfeier von der Ukraine, Tschechien, Finnland, Polen, Estland und Lettland versteht er: „Man kann es aus meiner Sicht niemandem verdenken, wenn er nicht zur Eröffnungsfeier kommen will. Russland wird die Bühne wieder für politische Zwecke nutzen. Das finde ich wirklich schwierig.“

ÖPC stimmte gegen Wiederaufnahme von Russland
Bei der Generalversammlung des Internationalen Paralympischen Committees (IPC) wurde Ende September 2025 per Wahl entschieden, die Nationalen Paralympischen Committees von Russland und Belarus wieder vollständig aufzunehmen. Das Österreichische Paralympische Committee (ÖPC) stimmte mit zahlreichen anderen nationalen Komitees gegen eine Wiederaufnahme der beiden Nationen, blieben allerdings in der Minderheit. Das ÖPC sprach sich seit Beginn des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine stets gegen eine Paralympics-Teilnahme der beiden Nationen aus.
„Weiterhin schwer nachvollziehbar“
„So schwer es ist, liegt unser Fokus auf den sportlichen Bewerben. Bei Boykotts hat die Vergangenheit gezeigt, dass sie dem Sport nicht dienen. Die Entscheidung bei der Abstimmung in der IPC-Generalversammlung bleibt für uns weiterhin schwer nachvollziehbar, dennoch müssen wir sie als Demokratinnen akzeptieren“, so ÖPC-Präsidentin Maria Rauch-Kallat und ÖPC-Generalsekretärin Petra Huber.
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