Fauler Zauber

¿Morton¿-Opfer landete in Psychiatrie!

„Mortons“ böser Zauber wirkt bei manchen „Patienten“ noch immer. So mussten Siegfried Danner (62) und seine mitangeklagte Ex-Gattin (51) beim Prozess während der Vernehmung einer Frau den Saal verlassen. Sie hat Angst vor ihnen, ließ sich selbst wegen Selbstmordgefahr einweisen: „,Morton´ hat gedroht, meinem Sohn und meinem damaligen Mann etwas Böses zu schicken.“

Die Kundschaften des Waldzeller Voodoo-Priesters kommen aus allen sozialen Schichten. Beim Prozess gaben sich eine unglücklich verliebte Reitschulchefin (27), ein gemobbter Elektrotechniker (46), ein von der Freundin nach sieben Jahren verlassener Bäcker (29), eine Ex-Firmenchefin (48) in Geldnöten, eine verlassene Energetikerin (26), ein Bauer (41) auf Frauensuche und ein Banker (43), der Vater werden will, die Klinke in die Hand.

Auch die Ex-Frau und die Tochter eines bekannten Sportlers suchten in Waldzell vergeblich Rat. „Mein Mann hat gesagt: ,Wenn die Leute Wunder erhoffen, sollen sie zahlen´“, wird „Morton“ vorm Rieder Schwurgericht von seiner „Ex“ angeschwärzt. Der sagt, dass er nur helfen wollte, Finanzielles habe seine Frau gemanagt. Dass er seelische Nöte seiner Kunden „schamlos ausgenützt“ habe, streitet „Morton“ ab.

„Es ist halt bei der Magie so, dass man sie nicht versteht“
Wenn die Opfer nicht erklären können, wie sie sich „Mortons“ Hilfe konkret vorstellten, wundert das Richter Reinhart Daghofer nicht: „Es ist halt bei der Magie so, dass man sie nicht versteht. Sonst wär´s ja nicht magisch.“ Der Prozess geht weiter.

 

 

Foto: Chris Koller

Mittwoch, 16. Juni 2021
Wetter Symbol