Lawinenunglück:

Tourengeher entkam "weißem" Tod nur knapp

Das war knapp! Bei einem Lawinenunglück im Loigistal in Vorderstoder wurde ein 45-jähriger Tourengeher aus Pupping von den Schneemassen 120 Meter weit mitgerissen - doch er entkam dem "weißen Tod", blieb verletzt auf dem Lawinenkegel liegen. Mit Hilfe seines Kameraden schaffte er es noch, selbst ins Tal abzusteigen.

"Diese verhältnismäßig lawinensichere Skitour kann auch nach größeren Neuschneemengen im Hochwinter gegangen werden", ist auf der Homepage von Vorderstoder über die Wildalmleiten zu lesen. Bei Lawinenwarnstufe 2 von 5 unternahmen die beiden Freunde genau dort ihre Tour. Sie hielten sogar Entlastungsabstände ein, verhielten sich also eigentlich richtig.

Freund musste Unglück mitansehen
Dennoch löste der vorausgehende 45-jährige Puppinger auf 1650 Metern plötzlich eine Lawine aus. Der Tourengeher wurde von ihr mitgerissen - sein nachkommender Freund musste alles hilflos mitansehen. Er eilte zum Unglücksort, wo er seinen Kameraden auf dem Lawinenkegel liegend vorfand - verletzt, aber zumindest nicht verschüttet.

Keinen Notruf abgesetzt
Die beiden riefen nicht den Notruf, sondern kämpften sich trotz des Unglücks bis ins Tal hinunter, von wo sie dann ins Klinikum Wels fuhren. Dort wird der Verletzte behandelt.
Das Spital informierte dann auch die Rettungskräfte über den Lawinenabgang - Bergrettungslandesleiter Christoph Preimesberger appelliert aber an alle Wintersportler, jede Lawine sofort zu melden, auch ohne Verletzte - siehe Interview.

Christoph Preimesberger, Landesleiter der Bergrettung OÖ, gibt wichtige Tipps zum Schutz vor Lawinen und für den Ernstfall.

"Krone":Warum hätten die Sportler die Bergretter alarmieren sollen, wenn doch niemand verschüttet wurde?
Christoph Preimesberger: Weil es sonst leicht passieren kann, dass ein Nachkommender die Lawine sieht und ein Unglück vermutet, ein Großeinsatz ohne Grund in Gang gesetzt wird.

"Krone": Wie beuge ich einem Lawinenunglück vor?
Christoph Preimesberger: Zuallererst durch den Lagebericht - wie hoch ist die Warnstufe? Dann kommt die Ausrüstung: Sonde, Schaufel und Lawinenpiepserl sind Pflicht, ein Airbag leistet sehr gute Dienste. Und ganz wichtig ist auch: Immer in der Gruppe gehen.

"Krone": Warum?
Christoph Preimesberger: Wenn man von einer Lawine trotz aller Vorsicht verschüttet wird, besteht eine reelle Überlebenschance nur durch die Kameradenrettung. Wer binnen 15 Minuten gerettet wird, hat eine 90-prozentige Überlebenschance. Nach einer Stunde sind es nur noch 30 Prozent - bis wir dort sind, ist es meist zu spät.

Jasmin Gaderer, Kronen Zeitung

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