Schöffl statt Geck:

gespag tauscht langjährigen Vorstand aus

Der Vorname bleibt gleich, aber Nachname und Parteinähe wechseln: In der Landesspitälerholding gespag wird der seit 2001 auf einem alten SPÖ-Ticket amtierende  Vorstand Harald Geck, ein Jurist, durch den mit FPÖ-Politikern vernetzten Kandidaten Harald Schöffl, einen Oberarzt am Kepler Uniklinikum in Linz mit Spezialfach Handchirurgie, ersetzt.

Bei seiner vierten Bewerbung aufs gespag-Vorstandsmandat ist der 57-jährige Geck plötzlich gescheitert. Was schon im Vorfeld gemunkelt wurde, dass nämlich der SPÖ-nahe Manager  zugunsten eines dem FPÖ-Umfeld zuzurechnenden Oberarztes weichen müssen werde, ist also zumindest der Optik nach eingetreten: Der gespag-Aufsichtsrat hat am Donnerstagabend "als Ergebnis des Hearings entschieden, dass Mag. Karl Lehner (der bisherige Vorstandssprecher) und Dr. Harald Schöffl ab 1. 4. 2018 zu Mitgliedern des Vorstandes der gespag bestellt werden."

Strukturveränderungen kommen
Die Bestellung sei im Hinblick auf mögliche strukturelle Änderungen in den Beteiligungen des Landes Oberösterreich bei den Gesundheitseinrichtungen bis 15. Jänner 2020 befristet.
Das bedeutet wohl, dass es zu einer Zusammenführung von gespag-Landesspitälern und Kepler-Universitätsklinikum kommen könnte; zumindest in einer gemeinsamen Holding, in der Schöffl dann die medizinische Führung übernehmen könnte. Der Oberarzt stammt aus jenem Teil des Uniklinikums, der aus dem Linzer AKH hervorging.
Über die Ressortverteilung zwischen dem bleibenden Karl Lehner (aus dem ÖVP-Umfeld) und dem kommenden Schöffl wurde noch nicht entschieden.

Soziale Härte gegenüber Geck?

Die Frage, ob es nicht auch aus sozialen Gründen schwierig sei, einen 57-jährigen Spitalsmanager nicht mehr weiterzubestellen, beantwortet gespag-Aufsichtsratschef Franz Mittendorfer so: "Ich sage Ihnen ganz offen, es ist nicht eine Entscheidung, die einfach ist. Umgekehrt ist es eine Entscheidung, die der Aufsichtsrat eben treffen muss: die Besetzung eines Vorstandes in einem vorgegeben strukturierten Prozess, um so ein Unternehmen zu leiten."

Mittendorfer hofft aber, dass Dr. Geck auch aufgrund seiner Erfahrung und seiner Qualitäten wieder eine leitende Funktion bekommt, die dem gerecht wird: "Aber es gibt derzeit noch nichts, über das man reden kann." Über das konkrete Abstimmungsegebnis im gespag-Aufsichtsrat möchte der Vorsitzende nichts sagen.

Werner Pöchinger, Kronen Zeitung

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