Fr, 14. Dezember 2018

Tiger-Attacke im Zoo

16.11.2017 09:32

Überlebende: "Ich wollte nur, dass es aufhört"

Jene Tierpflegerin, die Anfang November in einem Zoo in der russischen Stadt Kaliningrad von einem Sibirischen Tiger beinahe zerfleischt worden wäre, sprach nun erstmals über das Horrorerlebnis. "Ich dachte, meine letzte Stunde hätte geschlagen. Ich wollte einfach nur, dass es aufhört" - und dann kam die unverhoffte Rettung.

Zehn Minuten dauerte der Kampf von Nadezhda Srivastava mit dem Tiger - für sie eine "Ewigkeit", wie sie gegenüber der britischen "Daily Mail" berichtete. "Es war wie ein Traum, ich habe nicht wirklich realisiert, was da passierte", so die 44-Jährige weiter. Alles, woran sie denken konnte, waren ihre drei Kinder und ihre Mutter.

Instinktiv schaffte es die langjährige Tierpflegerin allerdings, sich ideal zu verhalten - sie blieb ruhig, schützte mit den Armen ihren Hals und ihr Gesicht und versuchte anfangs sogar noch, beruhigend auf das wilde Tier einzureden.

"Ich wollte einfach nur, dass es aufhört"
Irgendwann kam Srivastava dann allerdings an den Punkt, an dem sie nicht mehr kämpfen wollte: "Ich wollte einfach nur, dass es aufhört." Just in diesem Moment kamen ihr mehrere Zoobesucher zur Hilfe - einige Männer warfen Sessel, Bänke und Tische in das Gehege des Wildtieres und schafften es dadurch, den Tiger abzulenken und von seiner Beute abzulassen.

Mit letzter Kraft schleppte sich Srivastava aus dem Gehege und wurde sofort von Kollegen versorgt. Kurze Zeit später trafen schon Rettungskräfte ein und brachten die 44-Jährige ins Krankenhaus, wo sie sich auch jetzt noch von ihren Verletzungen erholt.

"Wenn Besucher nicht gewesen wären, wäre ich nicht mehr am Leben"
Obwohl Srivastava derzeit kaum gehen kann, ihre Rippen gebrochen sind und ihre Arme und Hände schwer in Mitleidenschaft gezogen wurden, ist sie einfach nur dankbar: "Wenn die Besucher nicht gewesen wären, wäre ich heute nicht mehr am Leben", so Srivastava.

Wie es nach dem Krankenhaus für Srivastava weitergeht, bleibt vorerst offen. Es wäre möglich, dass der Zoo rechtliche Schritte einleitet - immerhin könnte der Tierpflegerin grobes Fehlverhalten vorgeworfen werden ...

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