Mo, 23. Juli 2018

Schubserei-Affäre

11.06.2017 17:20

Kern bestätigt "riesige Eselei" im Kanzleramt

Erstmals hat Bundeskanzler und SPÖ-Chef Christian Kern am Sonntag offiziell bestätigt, dass es kurz vor den Pfingstfeiertagen in einem Büro auf dem Ballhausplatz, dem Sitz des Regierungschefs, zu einer etwas gröberen Auseinandersetzung zwischen zwei Mitarbeitern gekommen ist. Kern spricht von einer "riesigen Eselei".

Den seit zehn Tagen als "Handgemenge im Kanzleramt" kolportierten Streit zwischen einem Mitglied aus Kerns engster Strategiegruppe und einem Vertrauten von SPÖ-Bundesgeschäftsführer Georg Niedermühlbichler bezeichnete der Kanzler selbst als "Schubserei".

In der Ö3-Sendung "Frühstück bei mir" mit Claudia Stöckl wollte der Bundeskanzler nicht von einer Schlägerei reden, sondern von einer großen Dummheit. Zwischen den beiden leitenden Mitarbeitern sei es zu einem "Schubser" gekommen, was sich gar nicht gehöre, so der Kanzler am Sonntag.

SPÖ ringt um Entscheidung über Umgang mit FPÖ
Auslöser der von Kern als "riesige Eselei" bezeichneten Affäre im Kanzleramt war das Ringen um eine Entscheidung, wie sich die SPÖ gegenüber der FPÖ positionieren soll. In dieser Frage wird seit Monaten ein Machtwort des Bundeskanzlers und SPÖ-Vorsitzenden erwartet.

Einer der Wortführer in der SPÖ, der ehemalige EU-Abgeordnete Hannes Swoboda, hatte Kern erst am Wochenende öffentlich aufgefordert, "sich klar dazu zu äußern".

Am Mittwoch soll der unter Druck geratene Kanzler vor den Parteigremien nun Klarheit über den Kurs der SPÖ gegenüber der FPÖ schaffen.

Kronen Zeitung

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