Fall vor Anklage:

Polizist zittert nach Schuss um Job

Sieben Stunden und zweimal operiert wurde jener Polizei-Ausbildner (46), der, wie berichtet, von einem Kollegen an der Sicherheitsakademie Linz versehentlich angeschossen worden war. Sein Kollege (59) muss jetzt - theoretisch - um seinen Job zittern, da der Verdacht der grob fahrlässigen Körperverletzung im Raum steht.

"Noch ist kein Endbericht des Stadtpolizeikommandos Linz eingetroffen", sagt Philip Christl von der Linzer Staatsanwaltschaft, wo über die Anklage entschieden werden muss. Es geht darum, ob wegen "normaler" Fahrlässigkeit oder grober Fahrlässigkeit  ermittelt wird. Wird das Herumspielen mit der scharfen Glock 17 während der Besprechung  in der Polizeischule als grobe Fahrlässigkeit ausgelegt, dann droht eine Verurteilung von bis zu zwei Jahren Haft. Und wenn ein Beamter zu mehr als einem Jahr Haft, davon zumindest 6 Monate "scharf", verurteilt wird, ist der Amtsverlust vorgesehen.

Da der Unglücksschütze unbescholten ist, wird’s vermutlich nicht so schlimm kommen. Psychisch mitgenommen hat es den altgedienten Einsatztrainer dennoch. Denn während die Polizei offiziell nach dem Unglück von einer leichten Verletzung sprach, war es tatsächlich ein Durchschuss der linken Hand und weil der Schuss in unmittelbarer Nähe fiel, kam auch Schmauch in die Wunde, was den Fall verkomplizierte. Im Linzer UKH mussten die Chirurgen die Hand versorgen - Nerven und Knochen waren beschädigt. Zwei Mal musste der Verletzte inzwischen operiert werden. Ob die Hand, zum Glück für den Polizisten ist es nicht die Schusshand, je wieder normal einsetzbar sein wird, ist noch unklar.

Markus Schütz, Kronen Zeitung

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