11.04.2017 16:29 |

krone.at-Test

Medion Erazer X4700 D: Hofer-Bolide am Prüfstand

Am Donnerstag steht der bislang wohl teuerste Hofer-PC zum Verkauf: Medions Gaming-Bolide Erazer X4700 D. Der 2000-Euro-PC ist mit feinsten Teilen gefüllt. Neueste Core-i7-Technologie, gepaart mit DDR4-RAM und M.2-PCIe-SSD sowie einer Geforce GTX 1080, soll den Rechner zum Gaming-Berserker machen. Wie gut er sich in der Praxis schlägt, hat krone.at für Sie getestet.

Der Diskonter Hofer ist ja eigentlich eher für Schnäppchen-Hardware bekannt, mit dem Medion X4700 D hat der Handelsriese nun aber ein ziemlich edles Gerät zum stolzen Preis im Angebot.

Was genau in Hofers Gaming-Boliden steckt, erfahren Sie in der Leistungstabelle.

Medion Erazer X4700 D

CPU

Core i7-7700: 4 x 3,6 (Turbo: 4,2) GHz

RAM

16 GB DDR4-2400

Massenspeicher

256 GB M.2 PCIe-SSD
2 TB Festplatte (7200 rpm)

Grafiklösung

Geforce GTX 1080 (8 GB GDDR5X)

Anschlüsse

Front: 2 x USB 3.0, 2 x USB 2.0, Mikro/Kopfhörer, SD-Kartenleser; Rückseite: 4 x USB 3.0, 2 x USB 2.0, PS/2, Gigabit-LAN, HDMI, DVI, 3 x DisplayPort, 8-Kanal-Audioanschlüsse

Optisches Laufwerk

DVD-Brenner (Dual-Layer)

Software

Windows 10 Home

Extras

Blaue LED-Beleuchtung & Sichtfenster
Hot-Swap-Festplattenwechselrahmen
Schnellwartungsklappe
Kabelmanagement
Kabelgebundene Maus und Tastatur
3 Jahre Garantie

Maße

20,5 x 49 x 50 Zentimeter; 18 Kilo

Preis

1999 Euro

Die Tabelle zeigt es schon: Medions Gaming-Bolide ist ein echtes Kraftpaket. Bei so viel Leistung braucht man sich im Grunde gar nicht über die pfeilschnellen Startzeiten, das problemlose Multi-Tasking oder die flotten App-Starts auslassen. Stattdessen widmen wir uns gleich der Gaming-Eignung des Erazer X4700 D.

Die Kombination aus, man verzeihe den Kraftausdruck, sauschneller Intel-CPU und nicht minder sauschneller Grafikkarte sorgt gemeinsam mit dem flotten RAM dafür, dass man diesen PC mit "konventionellem" Spielen nicht mal im Ansatz ausreizt.

Genug Power für 4K und VR
In Full-HD läuft jedes aktuelle Spiel in maximaler Qualität bei flüssiger Bildrate. Tatsächlich reicht die gebotene Leistung in vielen Spielen auch für Gaming in 4K-Auflösung oder gar Ausflüge in die virtuelle Realität. Geht man nur nach der Leistungsfähigkeit, gibt es am X4700 D gar nichts auszusetzen.

Das untermauern auch Benchmark-Tests: Der PCMark-Test reiht den X4700 D vor 96 Prozent aller anderen PCs. Hier sehen Sie die Detailergebnisse:

Saubere Verarbeitung, gewöhnungsbedürftiges Design
Leistung ist freilich nicht alles bei einem PC, auch Verarbeitung und Erweiterungsmöglichkeiten sind für potenzielle Käufer von Interesse. Hier kann man dem Medion X4700 D keine Vorwürfe machen: Das Chassis mit seiner Plastikverkleidung, dem Acryl-Seitenfenster und einem Tragegriff an der Oberseite macht einen sauber gefertigten und soliden Eindruck.

Über das etwas extraterrestrisch angehauchte Design des Erazer kann man streiten: Der blau beleuchtete Alien-Tower macht zwar einen martialisch-futuristischen Eindruck. Wer ein "seriös" aussehendes Gerät bevorzugt, wird damit aber wohl nicht glücklich werden.

Genug freier Platz, sauberes Kabelmanagement
Das Innere des Erazer X4700 D hat uns im Test recht gut gefallen. Es gibt - inklusive Hot-Swap-Wechselrahmen - Platz für insgesamt vier zusätzliche Festplatten, die eine oder andere PCIe-Erweiterungskarte findet ebenfalls noch Platz.

Das 700-Watt-Netzteil erfüllt den "Bronze 80 Plus"-Effizienzstandard, seine Kabel hat man clever über ein Kabelmanagementsystem an der Rückseite des Z170-Mainboards geführt. Das sieht nicht nur aufgeräumter aus, sondern erlaubt den beiden 120-Millimeter-Lüftern mit blauer LED-Beleuchtung an Front und Rückseite des Gehäuses auch eine ungehinderte Luftzirkulation.

Luftkühlung mit überschaubarer Lärmentwicklung
Apropos Luftzirkulation: Das Gerät ist zur Gänze luftgekühlt, was unter Last auch - durch die Effizienz von CPU und GPU nicht übermäßig stark - hörbar ist. Hätte man zu einem größeren CPU-Kühler statt der Boxed-Variante gegriffen, hätte man den Geräuschpegel eventuell noch etwas senken können, wirklich störend ist die Geräuschentwicklung des Geräts aber in der Praxis ohnehin nicht.

Das an der Geräteunterseite angebrachte Netzteil saugt Luft vom Boden an und ist dankenswerterweise durch einen Staubfilter vor eindringendem Kehricht geschützt.

Luftige Gehäuserückseite, praktische Wartungsklappe
Ein bisschen Sorgen haben wir uns im Test wegen der doch recht luftigen Geräterückseite gemacht. Auch wenn die Rückseite primär als Luftauslass dient, erlaubt die offene Konstruktion in der Praxis wohl doch das Eindringen von Staub.

Gut gefallen hat uns am Gehäuse dagegen die schraubenlose Seitenklappe mit dem Sichtfenster. Einen Schieber lösen und einen Hebel drücken, und schon hat man sich Zugang zu den Innereien des Erazer X4700 D verschafft. Angenehm unkompliziert!

Für manche Nutzer vielleicht ein kleines Manko: WLAN und Bluetooth hat Medions Gaming-Berserker nicht an Bord. Steht der Router fernab des Arbeitsplatzes, kann das stören. Die meisten Gamer bevorzugen aber ohnedies eine verkabelte Verbindung zum Router. Und Bluetooth braucht man bei einem Desktop auch eher selten.

Preislich eigentlich kein echtes Schnäppchen
Kommen wir zur entscheidenden Frage bei der Anschaffung eines Gaming-PCs: Überzeugt das Preis-Leistungsverhältnis? Obwohl Hofer-Hardware den Ruf hat, vergleichsweise günstig zu sein, trifft das, wie es viele Gamer gerne tun, selbst ein vergleichbares Setup zusammenbauen und alle Komponenten beim günstigsten Anbieter kaufen, käme man um etwa 400 Euro günstiger weg - und zwar bei weitgehend gleicher Konfiguration und inklusive Windows 10 Home sowie Maus und Tastatur.

Nicht jeder hat Freude mit Selbstbau-PCs
Selbstbau birgt aber natürlich auch Risiken: Bei Hardware-Problemen hat man keine Garantie auf den ganzen PC, sondern nur auf die einzelnen Teile. Die Folge: Während Komplett-PC-Besitzer im Fall eines Defekts einfach den ganzen PC einschicken, sucht der Selbstbauer mühsam nach der defekten Komponente und wickelt die Garantie dann über den jeweiligen Händler bzw. Hersteller ab.

Gut möglich, dass die drei Jahre Garantie, die Medion auf seinen Boliden gibt, manch einem Gamer wichtiger sind als der pure Preis. Überdies hat schlicht nicht jeder Gamer Zeit und Muße, selbst einen Boliden zusammenzuschrauben.

Fazit: Medions Gaming-Bolide Erazer X4700 D ist keines der Schnäppchen, für die der Diskonter berühmt ist. Er ist aber auch der stärkste PC, den Hofer je verkauft hat. In puncto Leistung gibt es an diesem Kraftpaket nichts auszusetzen: Die Hardware ist potent genug für alle Gaming-Eventualitäten der Gegenwart und auch für die Herausforderungen der nächsten Jahre noch gut gerüstet. Das Design ist Geschmackssache, die Verarbeitung passt. Alles in allem ein starker und hochwertiger PC, den sich Medion aber auch als solchen bezahlen lässt.

Dominik Erlinger
Dominik Erlinger

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