06.04.2017 14:21 |

Tödlicher Skiunfall

Gegen Schneekanone geprallt: Pistenchef angeklagt

Nach dem tödlichen Skiunfall eines sechsjährigen Mädchens aus Deutschland in Söll im Tiroler Bezirk Kufstein ist nun der Pistenchef des Skigebiets wegen fahrlässiger Tötung angeklagt worden. Der Prozess wird am 23. Mai am Bezirksgericht Kufstein stattfinden.

Das Kind war Ende Jänner gegen eine Schneekanone geprallt, hatte dabei ein offenes Schädel-Hirn-Trauma erlitten und war kurze Zeit nach dem Unfall gestorben. Um zu klären, ob die Schneekanone ordnungsgemäß gesichert war, wurde ein Gutachten in Auftrag gegeben.

Pistenchef soll fahrlässig gehandelt haben
Dieses habe nun ergeben, dass vor der Schneekanone zwar ein Absperrzaun aufgestellt war, dieser habe jedoch nicht als Anprallschutz gedient, erklärte Staatsanwaltschaftssprecher Thomas Willam.

"Wären Anprallmatten oder Schaumstoffmatten angebracht gewesen, wäre der Unfall laut dem Sachverständigen vermutlich weit weniger schlimm ausgegangen", so Willam. Dies bedeute wiederum, dass der Pistenchef fahrlässig gehandelt habe und deswegen angeklagt wurde. Ihm droht bis zu einem Jahr Freiheitsstrafe.

Schülerin verlor Kontrolle über Ski
Das Mädchen war am 29. Jänner als Mitglied einer fünfköpfigen Schülergruppe in Begleitung eines staatlich geprüften Skilehrers und zweier Hilfsskilehrer auf der Piste "Stöckl Nr. 44" in der Skiwelt Wilder Kaiser gefahren, als es kurz vor 14.15 Uhr zu dem Unglück kam.

Die Sechsjährige hatte die Kontrolle über ihre Ski verloren und die Umzäunung einer Schneekanone durchbrochen. Dabei war sie seitlich mit dem Kopf gegen den am Standfuß der Schneekanone befindlichen Hydranten geprallt.

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