Mo, 17. Juni 2019
02.04.2017 16:07

Anti-Islam-Gesetz

China verbietet Schleier und "abnormale" Bärte

In der chinesischen Unruheprovinz Xinjiang, in der das muslimische Turkvolk der Uiguren lebt und in der wiederholt Anschläge verübt wurden, sind ab sofort das Tragen eines Kopftuches oder eines "abnormalen" Bartes verboten. Ein entsprechendes Anti-Islam-Gesetz trat am Wochenende in Kraft. Auch religiöse Hochzeits- und Beerdigungszeremonien als Zeichen eines religiösen Extremismus sind künftig untersagt.

22 Millionen Menschen leben in Xinjiang. Knapp die Hälfte davon sind Uiguren. Sie sind betroffen von den 15 nun in Kraft getretenen Regelungen, die als "notwendiger Schritt im Kampf gegen den islamistischen Terror sowie den religiösen Fundamentalismus und Separatismus" beschlossen worden waren.

15 nun verbotene religiöse Verhaltensweisen
So dürfen sich Eltern künftig nicht mehr weigern, ihre Kinder am nationalen Bildungssystem teilnehmen, berichtete die "Welt" unter Berufung auf den vatikanischen Pressedienst Asianews weiter berichtete. Moscheen dürfen erst ab dem 18. Lebensjahr besucht werden, Imame müssen ihre Freitagspredigten Regierungsstellen zur Überprüfung vorlegen.

Prinzipiell solle eine religiöse Einmischung in das sakuläre Leben nicht muslimischer oder nicht religiöser Einwohner verhindert werden. Außer bei Lebensmitteln dürften im gesellschaftlichen Leben keine Reinheitsgebote eingefordert werden. Auch das Fasten im Ramadan unterliege künftig gesetzlichen Beschränkungen. Menschenrechtler kritisierten das Gesetz als weiteren Verstoß Pekings gegen die Religionsfreiheit.

Extremisten drohen China mit "Strömen von Blut"
Die chinesischen Sicherheitskräfte gehen seit Jahren gegen Angehörige der uigurischen Minderheit in der Unruheprovinz Xinjiang vor, in der wiederholt Anschläge verübt wurden. Bei einer Messerattacke wurden Mitte Februar acht Menschen getötet. Anfang März wurde ein Video veröffentlicht, in dem uigurische Extremisten China im Namen der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat mit Massakern und "Strömen von Blut" drohten. Es seien die ersten direkten Drohungen des IS gegen China gewesen.

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