24.02.2017 18:35 |

Chats ausgewertet

Wiener Terror-Teenie "wollte kein Feigling sein"

Neue Details im Fall rund um jenen mittlerweile 18 Jahre alten Terrorverdächtigen, der im Jänner im Wiener Bezirk Favoriten festgenommen worden ist. So wurden die langwierigen Telefonauswertungen von Lorenz K. am Freitag fürs erste abgeschlossen. Demnach sei der 18-Jährige von einem tatsächlichen Bombenbau längst abgekommen, wollte dies gegenüber seinem Komplizen - einem 21-jährigen Deutschen - jedoch nicht zugeben. "Er wollte nicht als Feigling dastehen", so der Anwalt des 18-Jährigen.

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"Die Chats waren sehr komplex", sagte Verteidiger Wolfgang Blaschitz im Gespräch mit der APA. Zahlreiche Sprachnachrichten, die sich der 18-Jährige und sein 21-jähriger Komplize in Neuss im Zeitraum von September bis Dezember des vergangenen Jahres gegenseitig geschickt hatten, seien nun verschriftlicht und ausgewertet worden.

Darin sei es um das Vorhaben des Terrorverdächtigen gegangen, eine Bombe zu bauen, von dem er in den Chats nicht abgekommen sei. In der Einvernahme bezeichnete der 18-Jährige diese aufgezeichneten Aussagen jedoch als "taktische Nachrichten", um nicht den Groll des 21-jährigen auf sich zu ziehen. "Er wollte nicht als Feigling dastehen", berichtete Blaschitz.

Kontakt zu 21-Jährigem abgebrochen
Der 18-Jährige habe im Dezember dann von sich aus den Kontakt zu dem Deutschen abgebrochen, gehe aus den Chats hervor. Die nächsten Einvernahmen, so der Verteidiger, werden dann übernächste Woche stattfinden: "Es werden weitere Auswertungen, auch Chats mit Drittpersonen, zu erwarten sein - und auch der Zwölfjährige wird eine Rolle spielen".

Über diesen noch strafunmündigen Wiener Buben - mit dem der 18-Jährige laut eigenen Angaben nicht in engerem Kontakt gestanden war - gebe es aus Deutschland Gerüchte, dass er von den dortigen Ermittlern für "gefährlicher" gehalten werde als der 21-Jährige. Letzterer werde hingegen eher als Großmaul bezeichnet.

Lorenz K. laut Anwalt "keineswegs naiv"
Seinen Mandanten beschrieb Blaschitz trotz dessen Jugend als "keineswegs naiv", er lasse sich nicht einfach "irgendwas von irgendwem einreden". Der Verteidiger rechnete mit weiteren lange andauernden Einvernahmen: "Das bleibt spannend."

Der damals 17-jährige gebürtige Niederösterreicher war am 20. Jänner in Wien festgenommen worden. Unter anderem wird ihm ein Bekenntnis zur Terrormiliz Islamischer Staat und eine Reise nach Deutschland vorgeworfen, wo er mit dem 21-Jährigen in Neuss Testsprengungen durchgeführt haben soll. Der 21-Jährige wurde in Deutschland ebenfalls festgenommen.

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