Mo, 16. Juli 2018

Trauer in Arnreit

31.10.2016 16:12

"Alko-Lenker nahm uns Mutter und Ehefrau"

Die Nacht zum 17. Juli ließ die Welt von Franz Schauer (52) und Sohn Josef (8) aus Arnreit zusammenbrechen. Ein mit 1,98 Promille Betrunkener (56) aus Rottenegg rammte bei St. Martin/M. den Pkw von Gabriele Ortmayr, sie war sofort tot. Heute, wenige Tage nach dem Prozess, trauern Vater und Sohn am Friedhof.

Ein schwerer Allerheiligen-Gang steht Ihnen bevor.
Es wird sicher hart, erst vorige Woche war der Prozess, und der hat mich emotional sehr mitgenommen. Der Unfalllenker beteuerte, dass es ihm leid tut, aber was hilft das Josef und mir? Kein Urteil (15 Monate, davon fünf Monate  unbedingt, nicht rechtskräftig; Anm. der Redaktion),  kein Geld kann uns die Gabi ersetzen.

Sie wollen aufrütteln, weil der Lenker betrunken war!
Jeder kann trinken, aber dann muss man soweit sein, nicht mehr ins Auto zu steigen und sich der Tragweite seines Tuns bewusst sein. Nur weil einer glaubte, mit knapp zwei Promille noch fahren zu können, wurde unsere Familie zerstört.

Wie geht es Ihnen und Josef jetzt, gut drei  Monate nach dem Unglück?
Josef geht es besser als mir, aber ich fürchte, dass das nicht immer so ist - wir haben alle ein Auge auf ihn, passen auf ihn auf. Wir haben zum Glück eine tolle Familie und Freunde in Arnreit, die zu uns halten, und auch mein Arbeitgeber Strasser Steine kommt mir entgegen, wo es geht. Aber es ist auch der Alltag, der sehr belastet - 40-Stunden-Job, Haushalt, Schule, etc. unter einen Hut zu bekommen, das ist trotz der Hilfe extrem herausfordernd.

Was ist die letzte Erinnerung an ihre Partnerin?
Josef und ich halfen ihr noch im Seniorenheim beim Sommerfest, fuhren früher heim. Gabi kam dann nicht heim, ging nicht ans Telefon - dann kam die Polizei.

Wer trauert noch um ihre geliebte Gabriele?
Ihre Geschwister, vor allem ihre Mama. Gabi hat sie fast täglich besucht, sich rührend  gekümmert. Zu Allerheiligen kommt sie mit uns zum Grab.

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