Do, 13. Dezember 2018

Türkische Vereine:

02.08.2016 14:01

Proteste gegen Putsch sind "natürliches Recht"

In demonstrativer Einigkeit haben sich am Dienstag zahlreiche türkische Vereine in Österreich hinter die Führung in Ankara gestellt: Als "Österreichisch-Türkische Demokratie-Plattform" geißelte man in einer laut verlesenen Erklärung in Wien den "niederträchtigen Putschversuch" in der Türkei vom 15. Juli und verteidigte die darauffolgende Pro-Erdogan-Demonstration in der Bundeshauptstadt, verurteilte aber auch die dabei verübten Vandalenakte.

Als Ort der Verlesung durch den Pressesprecher der "Türkisch Islamischen Union für kulturelle und soziale Zusammenarbeit in Österreich" (ATIB) wählte die Plattform just die Favoritener Filiale der in kurdischem Besitz befindlichen Restaurantkette "Türkis", deren Lokal auf der Mariahilfer Straße in der Nacht des gescheiterten Putsches Ziel der Zerstörungswut einiger türkischer Demonstranten geworden war. Journalistenfragen wollte man am Dienstag nicht beantworten.

"Demokratie und Grundrechte" in der Türkei verteidigen
Umringt von einer Versammlung von Repräsentanten sämtlicher in der Plattform vertretenen Vereinigungen verlas Pressesprecher Özcan Özyer die gemeinsame Erklärung, in der vom "natürlichen Recht" gesprochen wird, "mit berechtigter Entrüstung" auf den Putschversuch zu reagieren und "die Demokratie sowie die Grundrechte" in der Türkei zu verteidigen. Man bedankt sich darin bei den Behörden für deren Verständnis für die spontane Demonstration in Wien, "die uns keine Möglichkeit bot, im Vorfeld eine Genehmigung einzuholen". Den "abscheulichen Angriff" auf das Lokal "Türkis" verurteile man "auf das Schärfste".

Veranstaltung von Zwischenrufen gestört
Unter gelegentlichen Zwischenrufen echauffierter Passanten - "Der Erdogan ist genau so ein Diktator wie die Anderen!" - stellte man "mit Bedauern fest, dass derzeit versucht wird, die in Österreich geführte Diskussion auf eine einzelne Person zu reduzieren", wohingegen der Putschversuch "nicht nur auf den türkischen Staatspräsidenten, sondern auf die türkische Demokratie mit ihren Institutionen und Einrichtungen in ihrer Gesamtheit abzielte".

"Integration soll nicht zur Verleugnung der Wurzeln führen"
"Wir haben uns Österreich vor einem halben Jahrhundert als Heimat ausgewählt", heißt es in der Erklärung der insgesamt 19 Vereine, von den größten und bekanntesten wie UETD (Union Europäisch-Türkischer Demokraten) über die "Union islamischer Kulturzentren in Österreich" bis hin zum Kulturverein "Burdur" oder dem "Resadiye"-Sport und -Kulturverein. Um hier erfolgreich zu sein, messe man der Integration "genauso viel Wert bei wie unsere österreichischen Freunde". Dennoch sei man der Meinung, "dass die Integration in die österreichische Kultur uns nicht dazu zwingen sollte, unsere Wurzeln zu verleugnen".

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