Do, 13. Dezember 2018

Ostflanke verstärken

08.07.2016 17:05

NATO-Gipfel: USA schicken 1000 Soldaten nach Polen

Zur Verstärkung der NATO-Ostflanke werden die USA rund 1000 Soldaten nach Polen schicken. Das sagte US-Präsident Barack Obama am Freitag beim NATO-Gipfel in Warschau nach einem Treffen mit dem polnischen Präsidenten Andrzej Duda. Trotz der weiteren Verstärkung ihrer Truppenpräsenz in Osteuropa will die NATO mit Russland den Dialog suchen. "Der Kalte Krieg ist Geschichte und er sollte Geschichte bleiben", sagte NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg.

Die NATO will mit der Entsendung von je etwa 1000 Soldaten nach Polen, Lettland, Estland und Litauen auf das gestiegene Sicherheitsbedürfnis der östlichen Bündnispartner reagieren. Sie fühlen sich seit dem Beginn der Ukraine-Krise verstärkt von Russland bedroht. Dass die USA das Bataillon in Polen führen werden, war schon länger bekannt. Unklar war aber bisher, mit wie vielen Soldaten sie sich beteiligen werden.

Auch US-Panzer nach Osteuropa
Zusätzlich zu dieser Maßnahme will das amerikanische Verteidigungsministerium Anfang nächsten Jahres eine Panzerbrigade nach Osteuropa schicken. Sie soll rotierend zu Übungszwecken in verschiedenen Ländern eingesetzt werden. Obama sagte am Freitag, dass diese ihr Hauptquartier ebenfalls in Polen haben werde.

Das 28 Staaten zählende NATO-Bündnis reagiert damit auf die Befürchtungen seiner osteuropäischen Mitglieder, die seit der Annexion der ukrainischen Halbinsel Krim durch Russland ihre eigene Sicherheit bedroht sehen. Zudem sollte der Raketenschild für europäische Staaten für vorläufig einsatzbereit erklärt werden. Die NATO verweist dabei auf mögliche Angriffe durch Raketen aus dem Nahen Osten. Russland sieht den Schild mit starken Radaranlagen aber auch als Bedrohung seiner Sicherheit.

NATO-Chef: "Müssen sinnvollen Dialog mit Russland anstreben"
Trotz der weiteren Verstärkung ihrer Truppenpräsenz in Osteuropa müsse die NATO einen "sinnvollen Dialog" mit Russland anstreben, sagte NATO-Generelsekträr Jens Stoltenberg. Auch, um das Risiko von verhängnisvollen militärischen Missverständnissen zu verringern. Stoltenberg verwies dabei auf die Gespräche im NATO-Russland-Rat, die nach zweijähriger Funkstille im April wieder aufgenommen wurden. Ein weiteres Treffen ist kommende Woche geplant.

Hollande: "Sehe in Russland keine Bedrohung"
Frankreichs Präsident Francois Hollande will Russland unterdessen nicht als "Gegner" oder "Bedrohung" betrachten. Zwar sei Russland ein "Partner", der "manchmal, wie wir es in der Ukraine gesehen haben, Gewalt einsetzt", sagte Hollande am Freitag in Warschau. Die NATO sei aber "nicht dazu berufen, die Beziehungen, die Europa mit Russland haben soll, zu beeinflussen".

Auch in Moskau sagte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow, Russland wolle keine Feindschaft zur NATO, obwohl das Bündnis Truppen an die russische Grenze verlege. "Russland bleibt offen für Dialog, aber unter guten Bedingungen für beide Seiten und im Interesse der jeweiligen Interessen."

Nach Brexit: Obama ruft zur Einigung Europas auf
Überschattet wurde der NATO-Gipfel durch das Votum der Briten für einen Austritt aus der EU.  Obama warnte in Warschau vor einer langen Phase der Unsicherheit, wenn beide Seiten in den kommenden Jahren ihre Beziehungen neu aushandeln. "Niemand hat ein Interesse an langwierigen, gegeneinander gerichteten Verhandlungen", sagte er. Großbritannien müsse ein wichtiger Pfeiler der Sicherheit in Europa bleiben.

Kommentare

Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Aktuelle Schlagzeilen
Brutale Königsklasse
Rot-Orgie: Wöber-Grätsche und Müller-Kung-Fu
Fußball International
Hier das Party-Video
Rapid: 12.000 Rangers-Fans feiern Euro-Hit in Wien
Fußball International
Rot für Wöber
Tor-Show! Bayern vergeben Sieg, holen aber Platz 1
Fußball International
Auch Roma verliert
Peinlich! Real kassiert gegen Moskau Heim-Blamage
Fußball International
Salzburg-Sportboss
Freund: „Wollen das Stadion zum Brodeln bringen“
Fußball International
Rapid-Coach sicher
Kühbauer: „Haben die bessere Ausgangssituation“
Fußball International
Persönliche Probleme
Spielsucht? Celtic-Stürmer fehlt gegen Salzburg
Fußball International
Rangers-Coach
Gerrard erwartet „50:50-Match“ gegen Rapid
Fußball International
Aber er will bleiben
Liebes-Krach: Verlobte schmeißt Maradona raus
Fußball International
Es geht um China
UEFA plant Champions League am Wochenende
Fußball International
Wegen Daumenverletzung
Neureuther verzichtet auf Rennen in Alta Badia
Wintersport

Newsletter

Melden Sie sich hier mit Ihrer E-Mail-Adresse an, um täglich den "Krone"-Newsletter zu erhalten.