25.08.2006 16:21 |

Hundefutter im Test

Gesundheitsrisiko lauert im Fressnapf

Die Österreicher lassen sich das leibliche Wohl ihres Vierbeiners einiges kosten. Und die Werbung verspricht ausgewogene Ernährung für ein gesundes und langes Hundeleben. Dennoch bleibt die Frage, ob in den Produkten auch wirklich alles drin ist, was Hunde brauchen. Das Testmagazin „Konsument“ hat einen Blick in heimische Fressnäpfe geworfen – mit einem besorgniserregenden Ergebnis. Bei der Mehrzahl der getesteten Futterangebote ist die Zusammensetzung der Nährstoffe nicht optimal für das Wohl des Hundes.

In jedem sechsten österreichischen Haushalt lebt ein Hund – insgesamt sind es rund 640.000 Vierbeiner. Österreichs Hundebesitzer lassen sich ihre Tierliebe auch gerne etwas kosten: 116 Millionen Euro gaben Herrchen und Frauchen 2005 für ihre tierischen Weggefährten aus, knapp die Hälfte davon fürs Futter. Entsprechend wird auch das Angebot an Produkten immer breiter, der Trend geht in Richtung Trockenfutter.

Die Werbung verspricht natürlich ausgewogene Ernährung für ein gesundes und langes Hundeleben. Doch ist in den Produkten auch wirklich alles drin, was Hunde brauchen? Das Testmagazin „Konsument“ hat 26 Trockenfutter-Produkte, die als Alleinfutter angeboten werden, untersucht. Bewertet wurde die ernährungsphysiologische Qualität der Produkte für einen 15 Kilogramm schweren, wenig aktiven Hund. Die Proben wurden außerdem auf Blei, Kadmium, Arsen, Quecksilber und Schimmelpilzgifte untersucht, zudem wurde die mikrobiologische Qualität des Futters überprüft. Darüber hinaus kontrollierten die Tester bei allen Produkten die lebensmittel- und futtermittelrechtlichen Kennzeichnungsvorschriften und bewerteten Werbeaussagen und Fütterungsempfehlungen.

Gesundheitsrisiko für Welpen
Das Ergebnis ist besorgniserregend: Bei 16 der 26 getesteten Trockenfutter ist die Zusammensetzung der Nährstoffe nicht optimal für das Wohl des Hundes. Noch verhängnisvoller: „Bei fünf Produkten, die ohne Altersangabe angeboten werden, wurde ein zu hoher Kalziumanteil festgestellt. Bei Welpen können diese Produkte Knochendeformationen verursachen“, warnt Franz Floss vom Verein für Konsumenteninformation. Insgesamt mussten sieben Produkte wegen der Dosierung ihrer Inhaltsstoffe „nicht zufriedenstellend“ beurteilt werden. In zehn Fällen war die Versorgung mit wichtigen Nährstoffen zu knapp. Nur in fünf Fällen ist der Nährstoffbedarf vollständig gedeckt und das Verhältnis der Nährstoffe ausgewogen, drei davon schneiden „sehr gut“ ab. Sieben Testkandidaten sind „gut“, fast ein Drittel ist „durchschnittlich“.

Bei „dm/Dein Bestes Multi-Aktiv Mahlzeit“, „Markus-Mühle Naturnah Futter für alle Hunde“, „Plus/Oscar Meals for dogs“, „Schlecker/AS Aktiv Crox kerngesunde Brocken“ und „Yarrah Bio Ökologische Hundebrocken mit Huhn“ – allesamt Produkte ohne Altersangabe – war der hohe Kalziumanteil für das schlechte Abschneiden verantwortlich.  Ein Trockenfutter enthielt einen zu hohen Anteil an Schimmelpilzgiften. Bei „Purina One Adult mit viel Huhn und Reis“ fanden die Tester gentechnisch verändertes Soja – Hinweise darauf gibt der Hersteller jedoch keine.

Sparen mit Aktionsangeboten
„Der Preis einer Packung sagt wenig über die wahren Kosten der Fütterung aus. Es lohnt sich daher, den tatsächlichen Preis einer Tagesration auszurechnen“, rät Floss. Im Test ist „Edeka/Domino Vollwert Menü“ sehr gut und günstig – eine Tagesration kommt auf 20 Cent. Ebenfalls mit Bestnote schneiden „Fressnapf/Select Gold Adult mit Rind“ und „Royal Canin Medium Adult“ ab – beide Produkte kosten aber deutlich mehr. Sparen können Herrchen und Frauchen mit Großpackungen, die üblicherweise nur in Tierbedarfs- und Baumärkten angeboten werden, oder mit Aktionen. „Wer preisbewusst Vorräte einkauft, sorgt automatisch für Abwechslung, denn immer wieder sind ja andere Produkte in Aktion“, informiert Floss. Gleich fürs ganze Jahr einzukaufen ist jedoch nicht ratsam.

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