So, 18. November 2018

Kanzler unter Gästen

01.06.2016 14:59

Schweiz: Längster Bahntunnel der Welt eröffnet

Mit den Worten "Bahn frei! Place aux trains! Via libra pils trens! Via libera ai treni!" hat der Schweizer Bundespräsident Johann Schneider-Amman am Mittwoch den neuen Gotthard-Tunnel eröffnet. Auf das Signal hin fuhren zwei Züge mit jeweils 500 Bürgern vom Nord- und Südportal aus in den mit 57 Kilometern längsten Eisenbahntunnel der Welt.

Schneider-Ammann würdigte die Eröffnung als "historischen Tag". An der Fertigstellung des "Jahrhundertwerks" hätten mehrere Generationen mitgewirkt. Rund 600 der 2300 Bauarbeiter aus insgesamt zehn Nationen kamen aus Österreich.

Erste Auslandsreise von Kanzler Kern
"Es ist ein wichtiger Schritt für die Schweiz, für unsere Nachbarn und den Rest des Kontinents", sagte das Schweizer Staatsoberhaupt. Zu den Feierlichkeiten wurden auch Bundeskanzlerin Angela Merkel, Frankreichs Präsident Francois Hollande und Italiens Ministerpräsident Matteo Renzi erwartet. Bundeskanzler Christian Kern nahm bereits an der Eröffnungsrede teil, es ist seine erste Auslandsreise seit seinem Amtsantritt.

Die offiziellen Arbeiten für das Jahrhundertbauwerk begannen im November 1999 mit dem Tunnelanstich. Insgesamt schufteten in den folgenden rund 17 Jahren 2400 Arbeiterinnen und Arbeiter bei Temperaturen von bis zu 50 Grad im Berg. Neun Menschen verloren bei den Bauarbeiten ihr Leben. 28,2 Millionen Tonnen Material wurden aus dem Berg gebrochen. Ein großer Teil des Gesteinsausbruchs kam in Form von Beton wieder in den Berg hinein. Im Oktober 2010 erfolgte der Hauptdurchschlag. Das Projekt kostete insgesamt 12,2 Milliarden Franken (rund elf Milliarden Euro). Rund 600 beteiligte Bauarbeiter kamen aus Österreich. Die Eröffnungsfeier ließen sich die Schweizer rund acht Millionen Franken (rund 7,2 Mio. Euro).

Der Gotthard-Basistunnel ist das Herzstück der "Neuen Eisenbahn-Alpentransversale" (NEAT). Mit diesem europäischen Großprojekt sollen weite Teile des Güterverkehrs zwischen dem Nordseehafen Rotterdam und Genua am Mittelmeer von der Straße auf die Schiene verlegt werden.

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