Flamenco Furioso

Ein Rausch der Gefühle und Farben

Hemmungslose Leidenschaft bei 30 Grad im Schatten: „Carmen Flamenco“ heizte uns bei der Premiere am Sonntag zusätzlich ein. In furiosen zweieinhalb Stunden erzählte das „Ballet Teatro Español“ die Geschichte der stolzen Zigeunerin.

Mit dem von der „OÖ-Krone“ präsentierten Gastspiel verabschiedet sich das Linzer Landestheater in die Sommerpause. Ein wahrer Farben- und Gefühlsrausch brach über die Zuschauer bei der Premiere herein. Da ist zum einen die bekannte Geschichte der Zigeunerin Carmen, die von Freiheit und Aufstieg träumt, sich dazu über alle Konventionen hinwegsetzt und dabei von Anfang an zu wissen scheint, dass sie damit auf den Tod zusteuert. Selbst in den ausgelassenen Szenen schwingt Wehmut mit. Verstärkt wird dieser Eindruck von Todesahnungen, die der verstorbene Choreograf Rafael Aguilar in die Handlung einstreute.

Carmen Angulo stellt ihre Namenvetterin sehr stolz dar. Tänzerisch und im Ausdruck perfekt, fehlt es der Hauptdarstellerin aber an Erotik. Da mag sie sich noch so lasziv um ihren Don José (beeindruckend: Francisco Guerrero) räkeln.

Der Gesamteindruck der Aufführung bleibt aber pure Leidenschaft. Vor allem in den Massenszenen. Da wird mit den Füßen gestampft, dass sich der Herzschlag auch beim Zuschauer beschleunigt, gelacht und gestritten. Das Wechselbad der Gefühle ist ebenso sprunghaft, wie der Wechsel der Tanz- und Musikstile.

Vorstellungen bis 16. Juli Karten: Tel:  0 800/218 000.

 

 

Foto: Chris Koller

Montag, 14. Juni 2021
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