Di, 13. November 2018

Romeo und Julia

06.07.2006 19:09

Capulets shaken zu Village People

Das Ennser Theater im Hof hat in der K&K Reithalle einen wunderbaren neuen Spielort gefunden, der am Mittwoch mit der Premiere von Romeo und Julia quasi eingeweiht wurde. Leider kommt die überlange Inszenierung von Intendant Christian Himmelbauer über ambitioniertes Mittelmaß kaum hinaus.

Nahezu drei Stunden dauert der Shakespeare-Klassiker und in dieser Zeit gelingt es lediglich einem Einzigen, wirklich zu Hochform aufzulaufen: Jürgen Hirsch ist ein witziger, funkensprühender, lebenspraller Mercutio. Eigenschaften, die man ich bei den beiden Hauptdarstellern schmerzlich vermisst: Johannes Gabl als Romeo und Pippa Galli als Julia verbreiten eher die Aura einer unschuldigen, blutleeren Schülerliebe. Dramatik, Leidenschaft oder Sehnsucht tröpfeln nur spärlich. Alois Frank (Montague/Bruder Lorenzo) findet sich als Danny de Vito-Verschnitt wieder, Rotraud Söllinger-Letzbor stellt sich als schrille Amme ein.

Ausgetobt hat sich hingegen die Kostümbildnerin Natascha Wöss - ohne allerdings wesentlich zur Figurenzeichnung beizutragen. Geschickt beherrscht die hölzerne Bühne von Manuela Müller den imposanten Raum. Hart an der Grenze zur Peinlichkeit hingegen die Musikauswahl: Die Capulets shaken zum „Village People“-Sound - kein Scherz!

Weitere Aufführungen bis 23. Juli, Mittwoch bis Sonntag, jeweils um 20 Uhr

 

 

Foto: Claudio Farkasch

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