Di, 21. Mai 2019
11.01.2016 18:43

Geld fehlt:

"Drogensucht ist eine Krankheit!"

Kärntens Drogenproblem wird ignoriert! Denn wer Rauschmittel konsumiert, sei immerhin selbst Schuld. "Stimmt nicht", kontert Dr. Claudia Scheiber von der Drogenambulanz in Klagenfurt: "Drogensucht ist eine Krankheit." Dennoch werden seit Monaten keine neuen Patienten mehr behandelt.

Neun Drogentote im Vorjahr und auch heuer verstarb schon ein junger Soldat an einer Überdosis Heroin - Es wird immer schlimmer. "Die aktuellen Entwicklungen geben uns sehr zu denken", so Dr. Claudia Scheiber von der Klagenfurter Drogenambulanz, wo aktuell bis zu 800 Suchtkranke behandelt werden, obwohl die Einrichtung nur auf 400 ausgerichtet ist.

"Wir können seit einem Jahr keine weiteren Patienten mehr aufnehmen", so die Medizinerin: "Drogensucht ist eine anerkannte Krankheit und kann sogar genetisch vererbt werden. Wie etwa bei Bluthochdruck, wer die Veranlagung zu einer Suchterkrankung hat, muss viel mehr aufpassen." Und mit Behandlung kann die Sterblichkeitsrate laut Scheiber erfolgreich gesenkt werden. "Wir betreuen täglich bis zu 60 Personen, die seit langem schwerst abhängig sind und deshalb freiwillig zu uns kommen, und Hilfe suchen", so Scheiber, die die Drogenambulanz seit 2002 leitet: "Ein Drittel unserer Patienten stehen trotz Krankheit auch im Erwerbsleben, weil sie es entweder geschafft haben, den Job zu behalten oder weil sie mit unserer Hilfe wieder stabil sind." Doch statt die Drogenambulanz mit mehr Ressourcen auszustatten, gibt es immer wieder Pläne, diese sogar einzusparen.

Ein fataler Fehler, denn Süchtige, die keine Ersatzdrogen mehr bekommen, werden laut Polizisten früher oder später kriminell. So sollen schon jetzt 85 Prozent aller Einbrüche, Diebstähle oder Überfälle in Kärnten auf das Konto von Suchtkranken gehen. Scheiber: "Ich wünsche mir nur eines: mehr Ressourcen."

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