So, 21. Oktober 2018

Präsidentenwahl

12.12.2015 13:52

Griss entscheidet vor Weihnachten über Kandidatur

Langsam kommt Bewegung ins Hofburg-Mikado: Irmgard Griss wird vor Weihnachten entscheiden, ob sie bei der Präsidentenwahl antritt. "Es schaut ganz gut aus, ich bin zuversichtlich", auch genügend finanzielle Unterstützung zu bekommen, sagte sie am Samstag im Ö1-"Journal zu Gast". "Noch lange nicht entschieden", aber für den Fall der Fälle siegessicher ist Niederösterreichs Landeshauptmann Erwin Pröll.

"Sehr, sehr, sehr viel Zuspruch" habe sie seit der Ankündigung, eine Kandidatur anzustreben, bekommen, berichtete Griss - auch Zusagen finanzieller Natur. Mehr als 100.000 Euro habe sie bisher beisammen - wobei sie jetzt auch ein Ziel nannte: Zumindest 500.000 Euro brauche man für einen "sehr bescheidenen" Wahlkampf mit Unterstützung vieler Freiwilliger. Schon "im Werden" sei ein Personenkomitee, aber es sei "ein großer Aufwand, so eine Kampagne aufzusetzen", ließ Griss erahnen, wie ihre Entscheidung ausfallen wird.

Ihren Frühstart - sie hat sich als Erste zur Kandidatur bereit erklärt - hält Griss nicht für einen Fehler. Angst, dass ihr bis zur Wahl die Luft ausgehen könnte, hat sie auch nicht: "Ich hab' ganz gute Lungen."

Griss würde "Probleme nicht einfach wegschieben"
Erst gewöhnen muss sich die frühere OGH-Präsidentin und Leiterin der Hypo-Untersuchungskommission daran, auf dem politischen Parkett zu stehen und auch viel von sich selbst zu erzählen. Ihr Verständnis vom Amt der Bundespräsidentin umriss sie so: "Ich würde darauf hinwirken, dass Probleme nicht einfach weggeschoben werden" - und als Parteilose könnte sie sich "viel eher dafür einsetzen, dass nur wirklich Qualifizierte in ein Amt berufen werden".

Als Themen, die man schon bisher als Bundespräsident "stärker ansprechen hätte müssen", nannte sie die Hypo, wo "eine Strategie der öffentlichen Hand" gefehlt habe - und "ähnlich war es bei den Flüchtlingen". Auch diese Entwicklung sei absehbar gewesen und "auch da gab es offenbar keinen Plan". Durchaus Sympathien zeigte Griss für eine Minderheitsregierung: Man brauche "stabile Verhältnisse, aber nicht erstarrte".

Pröll will sich noch nicht festlegen
Der als wahrscheinlichster ÖVP-Kandidat gehandelte niederösterreichische Landeshauptmann Pröll ließ sich noch nicht zur Festlegung hinreißen: "Diese Frage ist noch lange nicht entschieden", merkte er am Samstag an. Im Fall der Fälle rechnet er freilich mit einem Sieg: "Um das ganz offen zu sagen: Nach jetziger Situation wäre dieser Wahlkampf von meiner Seite her zu gewinnen." Um Niederösterreich würde er sich keine großen Sorgen machen, wenn er in die Hofburg wechselt: "Es hat sich die Welt gedreht, da hat es den Erwin Pröll noch nicht gegeben, und es wird sich die Welt drehen, wenn es den Erwin Pröll eines Tages nicht mehr gibt. Es muss einmal jemand übernehmen, das ist wie bei einem Bauernhof." Die Entscheidung über den ÖVP-Kandidaten dürfte Mitte Jänner fallen.

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