Fr, 19. Oktober 2018

Weil Ärzte fehlen

02.12.2015 16:34

An Klinik fallen reihenweise Operationen aus

Immer prekärer wird die Personalsituation an der Klinik Innsbruck. Derzeit müssen wieder reihenweise Operationen verschoben werden, weil Ärzte fehlen. Der Streit um das neue Arbeitszeitgesetz ist ein wesentlicher Grund für die Misere. Besserung ist so bald nicht in Sicht, denn die Verhandlungen laufen nur schleppend.

An der Klinik fehlen Anästhesisten. Das führt dazu, dass mehrere Operationssäle geschlossen sind, Patienten nach Hause geschickt und Eingriffe verschoben werden. "Das tut uns natürlich leid", gibt die ärztliche Direktorin Alexandra Kofler Engpässe zu. Dringend notwendige Operationen würden aber auf jeden Fall durchgeführt, betont Kofler.

Aktuell sucht die Klinik vier Fachärzte für Anästhesie und sieben Assistenzärzte. Es gibt aber kaum Bewerber. Die Situation wird durch den Streit um das neue Arbeitszeitgesetz - das maximal 48 Stunden pro Woche vorsieht - verschärft. Nur wenige Anästhesisten haben die Vereinbarung für freiwillige Mehrarbeit (Opt-out) unterschrieben. Außerdem, so Kofler, gebe es derzeit auch viele Krankenstände. Ein "Teufelskreis", wie es Ärzte-Vertreterin Renate Larndorfer nennt. Sie verweist darauf, dass die Mediziner die Klinik-Führung seit Monaten auf die drohende Misere aufmerksam machen: "Noch immer gibt es keine Lösung, wie Gehalt und Arbeitsbedingungen der Ärzte in Zukunft geregelt sind. Da muss es nicht wundern, wenn es kaum Bewerber für offene Stellen gibt."

Entspannung ist nicht in Sicht. Selbst Kofler rechnet nicht vor April mit einer Lösung. Für Patienten heißt es weiterhin: bitte warten!

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