14.11.2015 20:57 |

Razzien in Brüssel

Anschläge in Paris: Eine Spur führt nach Belgien

Nach den Terroranschlägen von Paris hat die Polizei in Belgien am Samstag einen Großeinsatz gestartet. Nach Angaben der belgischen Nachrichtenagentur Belga durchsuchten schwer bewaffnete Polizisten mehrere Wohnungen im Brüsseler Stadtteil Molenbeek. Bei der Razzia wurden mehrere Personen verhaftet. Laut Angaben der belgischen Justiz führt eine Spur führt nach Brüssel.

Die Aktion stehe im Zusammenhang mit einem Pkw mit belgischem Kennzeichen, teilte Justizminister Koen Geens am Samstag über Twitter mit. Augenzeugen hatten das Fahrzeug in der Nähe der Konzerthalle Bataclan gesehen, wo vier Bewaffnete am Freitagabend 89 Menschen erschossen hatten.

Mann verhaftet, der Freitagabend in Paris war
Die Polizei durchsuchte in einem Großeinsatz mehrere Wohnungen im Brüsseler Stadtviertel Molenbeek, wie der Sender RTBF im Internet unter Berufung auf einen Insider berichtete. Fünf Menschen seien festgenommen worden. Die Ermittlungen dauern nach Angaben der Staatsanwaltschaft an. Der belgische Premierminister Charles Michel bestätigte, unter den Festgenommenen sei auch eine Person festgenommen worden, die am Freitagabend in der französischen Hauptstadt war.

Die Person, die das Auto gemietet habe, sei nahe der belgischen Grenze festgehalten worden, teilte die Pariser Staatsanwaltschaft mit. Insgesamt habe es drei Angreifer-Teams gegeben. In einem offenkundig abgestimmten Vorgehen griffen in der Nacht auf Samstag nahezu zeitgleich mindestens sieben Männer die Konzerthalle, das Fußballstadion "Stade de France" und mehrere Restaurants sowie Bars an und töten willkürlich Gäste und Passanten.

Einer der Angreifer in der Konzerthalle war nach Angaben der Staatsanwaltschaft wegen seiner Radikalisierung aktenkundig und vorbestraft. Die Terroristen sprachen während der Geiselnahme von Syrien und dem Irak. Der Islamische Staat (IS) hält weite Gebiete in der Region. Sechs der Angreifer sprengten sich selbst in die Luft, einer wurde von der Polizei getötet. Offen ist vorerst, ob es einen weiteren Angreifer gegeben hatte.

Kam ein Attentäter als Flüchtling in die EU?
Bei einem der Attentäter wurde ein syrischer Pass gefunden. Der Eigentümer des Reisedokuments reiste Anfang Oktober über Griechenland in die Europäische Union ein, wie am Samstag die Regierung in Athen erklärte.

Zu der Anschlagsserie am Freitagabend im Zentrum von Paris und dem nördlichen Vorort St. Denis mit 128 Toten bekannte sich am Samstag die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS). Frankreich beteiligt sich seit Herbst 2014 am US-geführten Militäreinsatz gegen die Extremisten im Irak und fliegt seit September auch Luftangriffe auf IS-Stellungen in Syrien.

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