Do, 13. Dezember 2018

23.226 Tage im Amt

09.09.2015 20:33

Queen Elizabeth stellt britischen Thronrekord auf

Schiffsprozession auf der Themse, Salutschüsse, Glockengeläut und ein neues Porträtfoto: Ganz Großbritannien hat am Mittwoch den Rekord der Queen als die am längsten herrschende Monarchin des Königreichs gefeiert. Um 18.30 Uhr MESZ stellte Elizabeth II. den Regentschaftsrekord ihrer Ur-Ur-Großmutter Victoria ein. Die 89-Jährige selbst feierte den neuen Meilenstein in ihrer mehr als 63-jährigen Regentschaft nicht groß: "No fuss" - nur kein Aufhebens -, hatte sie laut einem Vertrauten angeordnet.

"Heute feiern wir um 17.30 Uhr (18.30 Uhr MESZ) einen königlichen Rekord", verkündete ein in mittelalterliche Gewänder gekleideter königlicher Ausrufer in der Früh vor dem Buckingham-Palast. "Ihre Majestät die Queen wird die 23.226 Tage, 16 Stunden und 23 Minuten dauernde Regentschaft ihrer Ur-Ur-Großmutter Victoria überholt haben." Er beendete seine Verkündung mit einem lauten "Hipp Hipp" - worauf die feiernde Menge vor dem Palast mit einem "Hurra" antwortete.

Weil ihre Thronbesteigung mit schmerzlichen Erinnerungen an den Tod ihres Vaters König George VI. verbunden ist, war der 89-Jährigen selbst nicht nach Feiern zumute. Am Mittwoch absolvierte sie einen ganz normalen Besuchstermin, die Eröffnung einer Eisenbahnstrecke in Schottland, bei der sie - wie schon Tausende Male zuvor - höflich-reserviert und ohne sichtbare Gefühlsregung ihrer Pflicht nachging.

Pflichterfüllung als Markenzeichen der Queen
Diese unerschütterliche Pflichterfüllung ist das Markenzeichen von Elizabeth II. Bereits 1947 in einer Rede zu ihrem 21. Geburtstag versprach sie den Briten: "Mein ganzes Leben, sei es kurz oder lang, werde ich in euren Dienst stellen." An dieses Versprechen hat sie sich gehalten. "Die Queen ist das Beispiel schlechthin für unanfechtbare Integrität", sagt der Historiker David Starkey. Die Königin habe ihre Rolle immer mit Würde ausgefüllt. "In der heutigen gefühlsduseligen Zeit hat sie sich einen zurückhaltenden, altehrwürdigen Stil bewahrt."

Diese Zurückhaltung war wohl auch durch die Umstände bedingt. Unter Queen Victoria, die zwischen 1837 und 1901 für 63 Jahre und 216 Tage herrschte, erlebte das britische Empire seine Blütezeit. Die Regentschaft von Elizabeth II. dagegen war unter anderem geprägt vom Zerfall des britischen Weltreichs, dem wirtschaftlichen Kollaps sowie von dem blutigen Unabhängigkeitskampf der nordirischen Untergrundorganisation IRA.

Selbst den Briten war ihre Königin oft zu steif
Privat lief es ebenfalls oft nicht rund. Ihr Sohn Prinz Charles beschwerte sich einmal bitterlich darüber, dass er von seiner Mutter nie wirkliche Zuneigung erfahren und eine "elende Kindheit" erlebt habe. Doch nicht nur Charles hätte sich mehr Liebe gewünscht, auch den Briten war ihre Monarchin oft zu steif. "Zeigen Sie mehr Gefühl", forderte das Volk beispielsweise von seiner Regentin, als diese 1997 äußerlich ungerührt den Tod ihrer Ex-Schwiegertochter Prinzessin Diana hinnahm.

Damals war das Königshaus auf dem Tiefpunkt angelangt. Mit der ihr eigenen Beharrlichkeit und mithilfe der jüngeren Generation ihrer Familie hat Elizabeth II. die Wende geschafft. Viele Briten stimmen heute Prinz William zu, der im Vorwort einer neuen Biografie seine Großmutter als "Vorbild fürs Leben" preist. "Immer und immer wieder, leise und bescheiden, hat die Königin uns allen gezeigt, dass wir zuversichtlich in die Zukunft gehen können - ohne die Dinge zu verraten, die uns wichtig sind", schreibt die Nummer zwei der Thronfolge.

Altersrekord unter allen amtierenden Monarchen
Inzwischen gibt es mit dem kleinen Prinz George, dem Kind von William und seiner Frau Kate, sogar schon einen Thron-Aspiranten der dritten Generation - das hat kaum ein Königshaus zu bieten. Ein entscheidender Grund ist natürlich das hohe Alter von Elizabeth II.: Mit ihren 89 Jahren hält sie den Altersrekord unter allen amtierenden Monarchen. Den weltweiten Amtszeitrekord hält der thailändische König Bhumibol: Der 87-Jährige bestieg bereits 1946 den Thron.

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