Sa, 21. Juli 2018

¿Vize¿ als Zeugen

21.04.2006 18:13

¿Haben Bürgermeister Böhm vertraut!¿

„Wenn die drei Vizebürgermeister besser aufgepasst hätten, säßen wir heute nicht hier!“ Diese Feststellung von Richter Erich Jahn brachte die drei Kommunalpolitiker aus Pasching ins Schwitzen. Der zweite Tag des Betrugsprozesses gegen Bürgermeister Fritz Böhm in Linz lieferte ein kommunalpolitisches Sittenbild.

Fritz Böhm feierte gestern, Freitag, seinen 67. Geburtstag. Und musste hören, was Politikerkollegen über seine umstrittenen Doppelbezüge denken. „Ich habe keinen Schlüssel zum Rathaus und keinen Zugang zu Informationen“, wandte sich SP-Vize Werner Ebenbichler bei Fragen von Richter Erich Jahn heraus. Und auf den Vorhalt, dass anderswo der Vizebürgermeister ein Formular über die Bürgermeisterbezüge unterschreibt, meint Max Pieringer (SP): „Das ging zu 100 Prozent an mir vorbei. Ich habe nie etwas unterschrieben.“

Der schwarze hat das Bummerl...
Alle drei Vize halten ein Geschäftsführergehalt für Böhm für gerechtfertigt. VP-Vize Franz Eßbichler: „Vertrauen zum Bürgermeister ist von Grund auf schon da.“ Wenig Freude bereitet dem Trio die Aufgabe, dass es nun einen Bescheid über die Rückzahlung des Überbezuges erlassen soll. Böhms Parteikollegen haben sich befangen erklärt. Richter Jahn: „Der Schwarze hat jetzt das Bummerl.“

Zum Vorwurf, er habe auf Gemeindekosten die Mandatare mit Rechtsgutachten überschwemmt, meldete sich Böhm zu Wort: „Ich habe mir angewohnt, alles, was die Gemeindeaufsicht sagt, in Frage zu stellen.“

Die Verteidiger Wolfgang Brandstetter und Mario Schmieder sollen nun weitere Zeugen nennen. Es wird damit gerechnet, dass auch LH-Stv. Erich Haider über Schlichtungsversuche Auskunft geben muss.

 

 

Foto: Chris Koller

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