Do, 21. Juni 2018

Grausamer Tod

05.04.2006 18:57

Ermordete Österreicher qualvoll erstickt

Grausam: Das seit Ende Jänner in Bolivien vermisste Wiener Paar ist qualvoll mit Klebebändern und Plastiksäcken erstickt worden - das hat der mit dem Fall beauftragte Ermittler Octavio Gutierrez nach der Autopsie bestätigt. Zwei weitere Verdächtige sind mittlerweile verhaftet worden.

Den beiden ermordeten Österreicher Katharina Koller (25) und Peter Kirsten Rabitsch (28) wurden nach Angaben der Polizei von ihren Entführern breite Klebebänder und Plastiksäcke ums Gesicht gewickelt - bis sie qualvoll erstickten.

Überführung in die Heimat steht bevor
Koller weise ansonsten keine Gewaltspuren auf, bei Rabitsch hingegen habe man außer den Erstickungsmerkmalen auch ein Trauma im Schädelbereich festgestellt, das wahrscheinlich von einem Schlag herrührt. Die Leichen, die am Montag in provisorischen Särgen auf einem illegalen Friedhof in der nördlichen Peripherie von La Paz gefunden wurden, könnten schon bald nach Österreich überführt werden, erklärte der Polizeioberst Octavio Gutierrez

Bereits am Dienstag sind laut Gutierrez zwei weitere Personen festgenommen worden, welche die Grube gegraben haben sollen, in der die beiden Österreicher verscharrt wurden. Was den Todeszeitpunkt betrifft, so erklärte Gutierrez, dass sie aller Wahrscheinlichkeit nach zwischen dem 15. und 19. Februar ermordet wurden.

Österreichische Kriminalisten vor Ort
Österreich hat zwei Kriminalisten nach Südamerika entsandt, um bei der Aufklärung des Kriminalfalles mitzuarbeiten. Tatsächlich gelang es am 10. März, vier Verdächtige - drei Männer und eine Frau - zu verhaften und eine Reihe von Indizien sicherzustellen.

In die Fänge falscher Polizisten geraten
Das Paar geriet in die Fänge falscher Polizisten: Katharina Koller und Peter Rabitsch wurden von einem Taxler zu einer fingierten Polizei-Station gebracht. Dort warfen Banditen in Uniform den Wienern völlig unbegründet Drogenhandel vor, um ihnen sodann Kreditkarten samt Codes abzunehmen.

Pärchen beging fatalen Fehler
Allem Anschein nach dürften die Österreicher danach einen fatalen Fehler begangen haben. Denn obwohl die Verbrecher das Paar schon freigelassen hatten, sollen die beiden Wiener zurückgekehrt sein, um sich bei den falschen Polizisten über die Abnahme der Kreditkarten zu beschweren. Das jedenfalls berichten bolivianische Medien. Die Kidnapper, die bis dahin offenbar noch nicht getötet hatten, dürften die Nerven verloren haben - und "die lästigen Zeugen" deshalb erwürgt haben.

Hauptverdächtiger weiter auf der Flucht
Als Hauptverdächtiger gilt der flüchtige Bandenboss Freddy Delgadillo, alias Milano. Das jedenfalls behaupten inhaftierte Komplizen. Nach der Festnahme weiterer Banditen wurde am Montag schließlich das Grab auf einem illegalen Friedhof gefunden: Die beiden Toten lagen in zwei übereinander beerdigten, gleichfarbigen Särgen.

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