Di, 26. März 2019
19.03.2015 17:28

Zu Tode misshandelt:

Warum musste Baby sterben?

Zu Tode misshandelt: Der tragische Fall des zwei Monate alten Mäderls lässt die Alarmglocken schrillen. Denn die Jugendwohlfahrt muss klarstellen, warum sie nicht rechtzeitig eingegriffen hat. Und auch die Rolle des Kinderarztes muss hinterfragt werden. Fakt ist aber, dass im Sozialbereich in Kärnten Ressourcen fehlen.

"Wir erhalten einige hundert Gefährdungsmeldungen im Jahr", so Christine Gaschler-Andreasch von der Jugendwohlfahrt des Landes. Was sie nicht dazu sagt ist, dass es viel zu wenig Sozialarbeiter gibt, um tatsächlich überall eingreifen zu können, wie Kinder- und Jugendanwältin Astrid Liebhauser aufzeigt: "Ich weiß es von den engagiertesten Sozialarbeiterinnen, dass sie es nicht mehr schaffen. Da fehlen einfach personelle Ressourcen, vor allem in der Prävention. Kärnten wird sich überlegen müssen, ob es sich leisten kann, gerade beim Kindeswohl zu sparen!"

Die Auswirkungen sind dramatisch: Überforderte Eltern, sechs schwerst misshandelte Säuglinge in nur  zwei Jahren, die vom Klinikum Klagenfurt an- und aufgezeigt worden sind. Anzeige- bzw. Meldungspflicht haben übrigens alle Berufe, die mit Kindern arbeiten – von der Tagesmutter bis zum Kinderarzt. Das zu Tode misshandelte Mäderl war übrigens beim Kinderarzt. Warum diesem nichts aufgefallen ist, wird überprüft.

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