Sa, 18. August 2018

Strukturen erkennbar

20.01.2015 09:59

"Dawn" funkt erste Details des Zwergplaneten Ceres

Eine dicke Eiskruste und darunter ein Ozean - das wird Planetenforscher möglicherweise erwarten, wenn die NASA-Sonde "Dawn" im März den Zwergplaneten Ceres erreicht. Jetzt hat sie erstmals Bilder zur Erde gefunkt, auf denen erste Strukturen der Oberfläche von Ceres erkennbar sind.

Auf den Aufnahme der Kamera an Bord von "Dawn", die am 13. Jänner aus einer Entfernung von 383.000 Kilometern entstanden sind, kann man deutlich hellere und dunklere Bereiche auf dem fast kugelförmigen Planeten erkennen. "Ceres ist immer noch ein unbekannter Himmelskörper, aber diese ersten Bilder lassen erahnen, dass die Oberfläche Strukturen wie Einschlagskrater und Brüche aufweist", sagt Ralf Jaumann vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt.

Die aktuellen Aufnahmen von Ceres sind 27 Pixel groß. Zu sehen ist darauf unter anderem ein auffälliger heller Fleck auf der Oberfläche. Anfang Dezember hatte "Dawn" ihr erstes Foto des rund 950 Kilometer großen Himmelskörpers, der erst im Jahr 2006 zum Zwergplaneten "aufstieg", gemacht. Es zeigte Ceres als ein zwar noch kleines, aber doch deutlich erkennbar rundes Objekt. Bereits Ende Jänner sollen die Fotos eine Auflösung erreichen, die besser als alle bisher mit dem Weltraumteleskop "Hubble" angefertigten Aufnahmen ist.

Erster Besuch bei einem Zwergplaneten
Im März soll die Sonde, die bereits den Asteroiden Vesta umkreist und untersucht hat, Ceres erreichen und in einen Orbit um den eisigen Himmelskörper einschwenken. Dabei ist Ceres ein Objekt, wie es kaum gegensätzlicher zu Vesta sein könnte: Statt einer festen Gesteinskruste wie bei Vesta besitzt Ceres über seinem inneren Gesteinskern vermutlich eine dicke Eiskruste, unter der sich möglicherweise sogar ein Ozean aus Wasser verbirgt. Eventuell könnte der Zwergplanet, der Wasserdampf ins All speit, deshalb sogar eine hauchdünne Atmosphäre haben, vermuten Astronomen.

50 Jahre in "Quarantäne" um Ceres
Bis auf 690 Kilometer soll sich "Dawn" der Oberfläche von Ceres nähern. Anschließend wird die Sonde mindestens 50 Jahre lang auf einer stabilen Bahn in einer Art "Quarantäne" um den Zwergplaneten kreisen. Damit soll verhindert werden, dass irdische Mikroben, die möglicherweise an der Sonde haften, bei einem Absturz auf die Oberfläche von Ceres gelangen. Denn wenn dort eines Tages Spuren einfachen Lebens entdeckt werden sollten, sollten diese auf keinen Fall von einem Import von der Erde herrühren.

Vor über 200 Jahren entdeckt
Ceres - benannt nach der römischen Göttin des Ackerbaus - ist der größte Körper im Asteroidengürtel zwischen Mars und Jupiter und vereint mehr als ein Drittel der gesamten Masse des Asteroidengürtels. Seine Größe war es auch, die ihn zum ersten entdeckten Asteroiden machte - anno 1801 spürte der italienische Astronom Giuseppe Piazzi Ceres in der Neujahrsnacht auf. Mit einem Äquatordurchmesser von rund 950 Kilometern ist er das größte Objekt im sogenannten Asteroiden-Hauptgürtel.

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