Weil er die Kletterroute von FPÖ-Chef Herbert Kickl in der Steiermark beschädigt hatte, wurde ein Student zu 120 Stunden gemeinnütziger Arbeit verurteilt.
Dass Herbert Kickl begeisterter Bergsportler ist, ist bekannt. Dass er 2019 gemeinsam mit anderen Alpinisten eine Kletterroute im steirischen Hochschwab-Gebirge erstbegangen ist und mit Sicherungshaken versehen hat, wusste kaum jemand. Bis im Frühjahr 2025 an der „Kickl-Route“ 37 Laschen gestohlen sowie Bohranker beschädigt wurden.
Der Sabotageakt war politisch motiviert, wie ein 26-jähriger, in Tirol lebender Deutscher nun beim Prozess um Sachbeschädigung und Diebstahl erneut gestand. Er hatte die illegale Aktion schon im Vorjahr in einem Bekennerschreiben auf einer Plattform damit begründet, dass Kickl die Route und den Hochschwab für „Selbstinszenierung missbrauche“.
Wer noch an der Beschädigung beteiligt war, wollte der 26-Jährige nicht verraten. Die Laschen entsorgte er nach der Tat in einem Mistkübel in Graz.
Die Aktion richtete sich auch gegen einen weiteren Alpinisten, der gemeinsam mit Kickl unterwegs war. Dieser würde Routen immer wieder mit Namen mit NS-Anspielungen versehen: „Eine hat er etwa Swastika genannt. Ich finde, er ist ein Faschist“, meinte der Angeklagte vor Gericht. „Faschisten aus dem Gebirge jagen“, war auch in dem Bekennerschreiben zu lesen.
„Die Berge sollen politisch frei bleiben“, mahnte der Richter – selbst langjährig bei der Bergrettung. Er bot dem Studenten eine Diversion an: 100 Euro Geldbuße und 120 Stunden gemeinnützige Arbeit. Der Richter schlug vor, dass der 26-Jährige für den Alpenverein Leistungen erbringt, wie etwa die Reinigung oder Instandsetzung von Wegen: „Es ist gut, wenn Sie den alpinen Raum herrichten, statt ihn zu zerstören.“
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