Der größte Legionellenausbruch Österreichs wurde am Donnerstag am Landesgericht Feldkirch in Vorarlberg verhandelt. Angeklagt waren drei Personen, zwei davon wurden für schuldig befunden.
Am Landesgericht Feldkirch wurde am Donnerstag der Prozess gegen drei Männer wegen eines Legionellen-Ausbruchs mit über 40 Erkrankten fortgesetzt. Der Geschäftsführer des verantwortlichen Unternehmens, sein Mitarbeiter und ein Techniker einer Wartungsfirma hatten sich beim Prozessauftakt im August nicht schuldig bekannt. Die Anklage lautet unter anderem auf fahrlässige Gemeingefährdung. Am Donnerstag wurden Zeugen und der Gerichtsgutachter einvernommen.
Im Großraum Bregenz häuften sich im Winter 2024/25 die Legionellen-Fälle. Der 43-jährige Erstangeklagte ist Geschäftsführer der Firma Rattpack in Wolfurt, deren schlecht gewarteter Kühlturm nach wochenlanger Suche schließlich als Quelle für die Ausbreitung der Legionellen-Infektionen identifiziert wurde. Der 62-Jährige zeichnete als Technischer Leiter für den reibungslosen Betrieb der Anlagen verantwortlich. Der 37 Jahre alte Drittangeklagte war als Servicetechniker in einem Betrieb für Wasseraufbereitung angestellt. Er führte das Monitoring der Wasserwerte im Kühlturm durch. Neben den drei Männern wird auch das Unternehmen nach dem Verbandsverantwortlichkeitsgesetz belangt.
Freiheitsstrafen wegen schwerer Folgen
Nach einem zehnstündigen Verhandlungsmarathon wurden am Donnerstagabend die Urteile gefällt: Sowohl der Erst- als auch der Zweitangeklagte hätten fahrlässig Gefahr für Leib und Leben herbeigeführt – für eine ganze Reihe an Personen. Beide Männer wurden zu einer bedingten Freiheitsstrafen von neun Monaten verurteilt. Zudem müssen sie Teilschadenersatzbeträge von insgesamt 6000 Euro zahlen. Der Drittangeklagte wurde freigesprochen, das Urteil ist allerdings noch nicht rechtskräftig. Die Richterin begründete die Freiheitsstrafen mit den schweren Folgen für die betroffenen Erkrankten.
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