Mi, 22. August 2018

Soll über 34 cm sein

09.01.2015 09:08

Amerikaner überlässt bestes Stück dem Penis-Museum

Das Phallus-Museum in der isländischen Hauptstadt Reykjavik könnte in einigen Jahren über ein Rekordstück verfügen. Im vergangenen Jahr hat der US-Amerikaner Jonah Falcon eine Schenkungsurkunde unterzeichnet, die Museumsdirektor Hjörtur Gisli Sigurdsson nun wie seinen Augapfel hütet. Falcon gilt nämlich als der Mann mit dem längsten gemessenen Penis der Welt. Ganze 34 Zentimeter soll seine Männlichkeit betragen.

Allerdings ist Falcon 40 Jahre alt. Daher wird sich der isländische Museumsdirektor noch ein wenig gedulden müssen. Auch wenn der Amerikaner nicht so lange leben sollte wie der bisher einzige menschliche Spender des Museums, der Isländer Pall Arason. Er war 95 Jahre alt, als er das Zeitliche segnete. In der Dokumenation "The Final Member" können die Zuseher die Jagd nach dem ersten menschlichen Ausstellungsstück mitverfolgen. Der Film ist hier in voller Länge zu sehen.

"Arason war etwas besorgt, dass seine Männlichkeit in seinen letzten Lebensjahren beträchtlich geschrumpft ist", erinnert sich Sigurdsson. So entzückt das Museum war, seine Sammlung endlich mit dem Geschlecht eines Homo sapiens zu komplettieren - ansehnlich ist das schrumpelige Stück nicht. Umso mehr freut er sich über das Angebot des Amerikaners.

Spender sind "berühmt bis in die Ewigkeit"
Sigurdsson befindet sich aber in der glücklichen Lage, dass er mehr Angebote bekommt, als er annehmen kann. "Viele davon sind nicht ernst gemeint oder die Leute ziehen es dann nicht durch." Wer seinen Penis spenden will, muss einige Behördengänge absolvieren. "Jedes Land hat eigene Gesetze, was man vom Körper abnehmen darf", erklärt der Experte. Für ihre Mühe winke den Spendern aber ein besonderer Lohn: "Man ist berühmt bis in die Ewigkeit."

Auch ohne den längsten menschlichen Penis der Welt ist der Isländer stolz auf die Sammlung, die sein Vater Sigurdur Hjartarson schon 1974 begann. "Mein Vater sagte: Einer musste es tun", erzählt Sigurdsson. "Er war Lehrer und wollte den Leuten immer etwas beibringen." Ein bisschen habe er sie wohl auch provozieren wollen.

Penis-Sammlung zählt 300 Ausstellungsstücke
Nicht nur Knochen und Weichteile von Hund, Katze, Maus und Pferd liegen im Museum in Formalin getränkt. Die Räume zieren auch die Geschlechter von Känguru, Eisbär, Rentier und Pavian. Ein Rinderpenis kräuselt sich in einer großen Vitrine, im Regal steht ein knubbeliges Robben-Glied. Insgesamt zählt die Sammlung knapp 300 Penisse aller Art.

Viele mächtige Meeressäuger-Penisse sind zur Schau gestellt, denn Wale und Delfine gibt es vor der Insel zuhauf. "Es ist leicht, an die heimischen Tiere heranzukommen", sagt Sigurdsson. Wenn ein Wal an der isländischen Küste strandet, rufen die Inselbewohner den Museumsdirektor an: "Willst du den Penis haben?" Gezeigt werden aber nur die Enden. Die ganzen Organe wären zu groß. 1,45 Meter misst Sigurdssons längstes Ausstellungsstück: ein 75 Kilo schwerer Pottwal-Penis.

Museum hat natürlich auch einen Elfenpenis
Bei den exotischen Exemplaren verlässt sich der 50-Jährige oft auf isländische Touristen, die ihm Seltenes von ihren Reisen mitbringen: Genitalien einer Giraffe oder eines Elefanten etwa. Getrocknet ragt dessen riesiges Organ von der Wand des Museums in den Raum hinein. Weil das Haus sich nun mal auf Island mit seiner Vorliebe für Fabelwesen befindet, ist auch ein Elfenpenis ausgestellt. Als "ungewöhnliches großes und altes Exemplar" ist es im Museumskatalog beschrieben.

Komplett ist die Sammlung aber lange nicht, was Sigurdsson grämt. Einige der Exoten hätte er gern noch, "wenn das möglich ist: Löwe, Nashorn, Nilpferd". Dass der frühere Logistik-Manager das Penismuseum einmal von seinem Vater übernehmen würde, stand für den 50-Jährigen immer fest. Kurios findet er seine Arbeit nicht. "Es ist eigentlich wie jeder andere Job. Tickets verkaufen, Fragen beantworten... mit Penissen hantieren", ergänzt er lachend.

Zehntausende Besucher jedes Jahr
20.000 Besucher kommen im Jahr in das unscheinbare Gebäude im Zentrum Reykjaviks, um Penisse anzuschauen. Viele haben im Reiseführer über den berühmten Ort gelesen. Neugierde sieht Sigurdsson häufig in ihren Gesichtern, Empörung selten. Nur einmal habe eine Dame ihr Eintrittsgeld zurückgefordert, sagt er, und zuckt mit den Schultern. "Bei einem Museum mit Händen oder Füßen würde niemand etwas sagen. Wenn du Penisse ausstellst, bekommst du eben alle möglichen Reaktionen."

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