Lieferketten-Engpässe

„Diese Abhängigkeit macht Europa verwundbar“

Wiener Wissen
05.04.2026 21:15

Der Physiker und Komplexitätsforscher Peter Klimek und der Österreich-Präsident des Generika-Herstellers Sandoz, Marco Pucci, analysieren in der aktuellen krone.tv-Ausgabe von „Wiener Wissen“ die teils dramatische Zuspitzung der Lieferkettenengpässe in der Weltwirtschaft. Pucci: „Die Versorgungssicherheit ist ein heikles Thema. Jedes Monat verschwinden aufgrund der fehlenden Wirtschaftlichkeit 20 Medikamente vom österreichischen Markt.“

Klimek ergänzt: „Penicillin ist ein lebenswichtiges Medikament. Der Sandoz-Standort in Kundl ist ein zentraler Produktionsknoten dazu.“

Pucci: „Wir sind im Produktionsprozess in Tirol vollintegriert.“ Bei anderen Produkten der ,Kritischen Infrastruktur‘ sieht hingegen die Versorgungssicherheit weltweit betrachtet anders aus. Klimek: „Es gibt in Asien bei Öl aufgrund des Lieferkettenengpasses in der Straße von Hormus Mangelsignale. Die Weltwirtschaft wird aber auch zunehmend protektionistisch. China hat zum Beispiel seine Macht bei Seltenen Erden schon gegen Japan eingesetzt. Und diese Abhängigkeit macht auch Europa verwundbar. Denn die Lieferkettenengpässe werden immer mehr als geopolitische Waffe genutzt.“

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