Mo, 18. Juni 2018

Evakuierung beendet

29.12.2014 16:06

Adria-Drama forderte zehn Menschenleben

Die Evakuierung der in Brand geratenen Mittelmeer-Fähre "Norman Atlantic", auf der sich 478 Menschen befunden hatten, ist abgeschlossen. Die Zahl der Toten nach dem Schiffsunglück in der Adria ist auf mindestens zehn gestiegen. Es seien weitere Leichen entdeckt worden, teilte die italienische Küstenwache am Montagnachmittag auf Twitter mit. Zuvor hatte die italienische Regierung von fünf Toten berichtet.

Der Kapitän der "Norman Atlantic", Argilio Giacomazzi, habe am Montag um 14.50 Uhr als Letzter das Schiff verlassen, wie die italienische Küstenwache mitteilte. Damit sei die Evakuierung offiziell abgeschlossen. Sturmböen und hoher Wellengang hatten die Rettungsaktion erschwert. Es galt, Hunderte von Passagieren auf andere Schiffe zu transferieren. Dutzende Menschen seien in Krankenhäuser eingeliefert worden, berichtete Italiens Ministerpräsident Matteo Renzi.

Kapitän gilt als erfahren
Der 62-jährige Italiener Giacomazzi aus der ligurischen Hafenstadt La Spezia gilt als erfahrener Kapitän, der auf eine 40-jährige Karriere zurückblicken kann. Sein Engagement zur Rettung aller Passagiere wurde von Renzi bei einer Pressekonferenz in Rom gelobt. Der Premier dankte zudem den Rettungseinheiten der italienischen Marine und der Küstenwache für die geleistete Arbeit. Er sprach den Familien der Topdesopfer sein Beileid aus.

Zu den Toten könnten ein armenischer Priester und eine Frau zählen. Augenzeugen hätten gesehen, wie sie ins Meer gestürzt sind, berichtete ein Funktionär des griechischen Konsulats in Bari. "Unter den Opfern könnten sich noch weitere Griechen befinden", sagte der Funktionär. Der Tod eines 62-jährigen Griechen war bereits am Sonntag bestätigt worden.

Österreicher gerettet
An Bord der "Norman Atlantic" waren laut Passagierliste auch fünf Österreicher - eine Vorarlbergerin, ihr Sohn, zwei Tiroler und ein Salzburger. Die Vorarlbergerin wurde stark unterkühlt in ein Krankenhaus nahe der süditalienischen Stadt Lecce gebracht. Die anderen österreichischen Passagiere sollen das Unglück ohne ernsthafte Verletzungen überstanden haben.

Die Fähre war auf dem Weg von Patras in Griechenland nach Ancona in Italien, als in der Nacht auf Sonntag nordwestlich der Insel Korfu vermutlich auf dem Autodeck ein Brand ausbrach. Die Staatsanwaltschaft von Bari leitete eine Untersuchung ein.

Überladung als Ursache?
Griechische Lkw-Fahrer an Bord der Fähre machten eine Überladung für den Brand verantwortlich. Auf dem Schiff befanden sich demnach unzählige Lkws, die Olivenöl transportierten.

Der Schiffseigner, die italienische Reederei Visentini, bestritt hingegen Mängel an der "Norman Atlantic". Das Schiff sei demnach erst am 19. Dezember im griechischen Hafen Patras Kontrollen unterzogen worden. Laut Medienberichten waren dabei Sicherheitsmängel aufgetaucht. Die Behörden sollen der Reederei zwei Monate Zeit gegeben haben, diese zu beheben.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Newsletter

Melden Sie sich hier mit Ihrer E-Mail-Adresse an, um täglich den "Krone"-Newsletter zu erhalten.