Was war das für ein Kraftakt! Ein Virus hatte Eishockey-Meister Graz99ers in den letzten Stunden zugesetzt. Dennoch krallte sich der Champion – mit „Notpersonal, das über sich hinauswuchs – am Ende mit 3:2 gegen die Capitals nach Overtime den Sieg. Am Rande sind die Transfermühlen bei den Murstädtern längst in Gang gesetzt worden.
Drah di net um, schau schau, der Virus, der geht um. Ohoho.“ Das Lied „Kommissar“ von Falco konnte am Freitagabend in Graz-Liebenau schnell einmal umgedichtet werden. Ein Magendarm-Infekt machte in der 99ers-Kabine die Runde und legte die halbe Mannschaft flach. Elf (!) Spieler mussten die Grazer im Heimspiel gegen Wien vorgeben. Vier Verletzte (Lagace, Brunner, Harnisch und Roy) und gleich sieben Erkrankte (Wieser, Dobnig, Kirchebner, Vela, Collins, Lippitsch und Maier). Irre!
„Maximal fünf, sechs Wochen“
Goalie Patrick Grascher, der zuvor noch keine einzige Minute Erstliga-Eishockey gespielt hat, feierte vor 3008 Zuschauern ein starkes Debüt. Die Leihspieler wie Krainz, Braun und Co. wurden kurzerhand von ihren Leihstationen zurückbeordert. „Ich musste viel herumtelefonieren, damit alle rechtzeitig in Graz sind“, so Sportchef Pinter, der zumindest beim verletzten Super-Goalie Max Lagace leichte Entwarnung geben konnte: „Er fehlt maximal fünf, sechs Wochen.“
„Und einen Verteidiger!“
Und auch der Tormann selbst war erleichtert: „Ich hoffe, dass ich noch früher zurück bin“, so der Kanadier, der extra früh in die Halle kam, um seinen jungen Kollegen vorab mental zu unterstützen. „Ich habe ihm noch positiv zugeredet“, erzählte der Routinier, der in der Verletzungspause ersetzt wird. Pinter sucht bereits nach Ersatz. „Einer, der auch Nico Wieser entlastet“, gab Präsident Herbert Jerich Pinter grünes Licht für einen Transfer. „Wir suchen auch weiter einen starken Verteidiger. Eine echte Stütze!“, betont Jerich.
Junge Wilde mit viel Herz
Das Spiel war so fast ein Randthema. Und das, obwohl die jungen Wilden einen tolle Leistung zeigten. Die Grazer kämpften, kratzten, zwickten – Eishockey-Herz, was willst du mehr? Huber stellte nach dem unglücklichen 0:1 (11., Lanzinger fälschte die Scheibe ab) auf 1:1. Graz fiel auch mit einer „Rumpftruppe“ nicht ab – im Gegenteil. In der Overtime holte Graz sogar den Sieg. Swaney sorgte für das 3:2.
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