Die Tiroler Künstlerin Hannah Philomena Scheiber hat ein neues Projekt am Pitztaler und am Kaunertaler Gletscher gestartet. Die Idee dazu entstand bereits im Jahr 2016.
Kunst transformiert Räume und Gedanken. Manchmal geschieht das in Museen und Galerien – manchmal dort, wo Technik, Natur und menschlicher Pioniergeist aufeinandertreffen: inmitten der hochalpinen Landschaft des Pitz- und Kaunertals. Für Hannah Philomena Scheiber wird die alpine Infrastruktur zur Leinwand. An den Stützen der Wildspitzbahn am Pitztaler Gletscher, Österreichs höchster Seilbahn, und der Karlesjochbahn am 3-Länder-Eck am Kaunertaler Gletscher entstehen monumentale Arbeiten unter außergewöhnlichen Bedingungen unter monatelanger Arbeit. Nicht im Atelier, sondern am Seil – hoch über dem Boden, im freien Abseilen, direkt auf der Architektur der Berge. Aus funktionalen Bauwerken werden visuelle Landmarks, die Kunst in den öffentlichen Raum tragen. Entstanden ist die Projektidee übrigens während ihrer Residency 2016 in New York – und nun Realität wurde.
Dialog zwischen der Kraft der Natur und menschlicher Gestaltung
In einer Zeit, in der das Anthropozän, also das aktuell, Erdzeitalter, seine Spuren in die Alpen zeichnet, wird Ästhetik zur Haltung. Am Pitztaler und Kaunertaler Gletscher, wo der Gepatschferner den größten Gletscher Österreichs bildet, wird diese Verbindung besonders spürbar: Scheibers Arbeiten schaffen seit 15 Jahren einen Dialog zwischen der Kraft der Natur, menschlicher Gestaltung und der Frage nach unserer Verantwortung für die alpine Zukunft. Dass beide Gletschergebiete von den visionären Geschäftsführerinnen Beate Rubatscher-Larcher und Michaela Burger geführt werden, verleiht diesem Projekt eine besondere Dimension.
Hier verbinden sich Mut, Innovation und kultureller Anspruch zu einer neuen Perspektive auf den alpinen Raum. Die Ausstellung in der Bergstation der Wildspitzbahn führt diese Vision weiter. Auf über 3440 Metern Seehöhe wird Kunst zum sprichwörtlich höchsten Kunsterlebnisraum Österreichs – dort, wo die Berge nicht nur Kulisse sind, sondern eine Geschichte von Wandel, Schönheit und Zukunft erzählen.
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