18.06.2020 09:56 |

Er wollte ihn feuern

Trumps Wende? US-Präsident für Kaepernick-Comeback

US-Präsident Donald Trump hat sich überraschend für ein Comeback von Quarterback Colin Kaepernick in der National Football League (NFL) ausgesprochen. „Wenn er es verdient, sollte er, falls er die Spielfähigkeit dafür hat“, sagte der 74-Jährige in einem Interview-Ausschnitt mit einem Journalisten der Sinclair-Mediengruppe.

Kaepernick müsse aber in der Lage sein, gut zu spielen. „Wenn er nicht gut spielen kann, dann denke ich, es wäre unfair“, betonte Trump.

Seit drei Jahren ohne Vertrag
Kaepernick war 2016 der erste NFL-Profi, der bei der Nationalhymne kniete, um gegen Polizeigewalt gegen Afroamerikaner und Rassismus zu demonstrieren. Der inzwischen 32-jährige Football-Profi ist seit 2017 ohne Vertrag. Damals sagte Trum, jeder NFL-Klub Eigentümer soll Spieler, die bei der Hymne nicht knien, feuern. Von 2011 bis 2016 hatte er für die San Francisco 49ers gespielt.

Polizeigewalt und Rassismus sind seit dem Tod des Afroamerikaners George Floyd Ende Mai sehr präsent und haben zu zahlreichen Demonstrationen mit Hunderttausenden Teilnehmern geführt, auch außerhalb der USA.

Goodell ermuntert Teams
Zuletzt hatte NFL-Boss Roger Goodell gesagt, er würde eine Mannschaft, die Kaepernick unter Vertrag nehme, dazu ermuntern und unterstützen. Der Trainer der Los Angeles Chargers, Anthony Lynn, bekundete am Mittwoch sein grundsätzliches Interesse an Kaepernicks Fähigkeiten.

Trump hatte sich 2016 öffentlich an Kaepernick und dessen Protestform abgearbeitet und ihn dafür kritisiert, die Flagge der USA nicht zu respektieren. Erst vor kurzem hatte Trump seine Kritik an knienden Sportlern erneuert und angekündigt, die NFL und auch die Fußball-Profi-Liga MLS nicht mehr intensiv verfolgen zu wollen, weil die beiden Ligen ihren Spielern das Knien bei der Hymne erlauben.

„Ich war sehr enttäuscht über die NFL, als sie ihre Stellungnahme veröffentlicht hat, und ich war sehr enttäuscht über US Soccer. Wir unterstützen US Soccer, und jetzt kommen sie und sagen, man kann tun, was man will. Nein. Wir müssen Respekt haben vor unserer Flagge und unserer Nationalhymne“, forderte Trump in einer weiteren Sequenz des Interviews.

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